Der Brasilianer Adilson da Silva eröffnete um 7:30 Uhr Ortszeit das olympische Golfturnier (Foto: IGF Golf)

Der Brasilianer Adilson da Silva eröffnete um 7:30 Uhr Ortszeit das olympische Golfturnier (Foto: IGF Golf)

Die erste Golfrunde nach 112 Jahren Olympia-Abstinenz ist vorbei. Zum Auftakt schlug der Brasilianer Adilson da Silva den ersten Ball. Für Deutschland teen Alex Cejka und Martin Kaymer auf. Vor allem Martin Kaymer ist von den Olympischen Spielen und der Sportlergemeinschaft im Olympischen Dorf vollkommen begeistert. Für ihn ist das Golfspielen bei Olympia ein “Back to the roots” wie er in einem Interview sagte. Es bleibt zu hoffen, dass sich seine Begeisterung auch auf sein Spiel überträgt.

Kaymer und Cejka nach den ersten 18 Löchern

Martin Kaymer: „Ich bin zufrieden, weil ich wirklich gut gespielt habe. Gerade die ersten 14 Löcher. An der 15 war es ein bisschen Pech, weil der Wind plötzlich aufgehört hat und dann lag ich mit einem 9er Eisen 20 Meter vor dem Grün, was sonst selten passiert. Aber das muss man dann einfach akzeptieren. An der 16 war es etwas schade, weil ich den Abschlag nicht dahin bekommen habe, wo ich ihn hin habe wollte und dann ein Bogey gespielt habe. Es war schwierig, die Bälle nah an die Fahne zu spielen und Putts zu machen, weil wir teilweise mit dem Wind putten mussten, was wir sonst nur von den British Open kennen. Aber ich habe viele gute Schläge gemacht und es war eine sehr solide Runde, für die erste Runde bei Olympia.“ Alex Cejka: „Ich bin sehr zufrieden. Es war heute schwer mit dem Wind. Ich habe heute gute Schläge gemacht und gerade das Finish mit Birdies 16, 17 und 18 war schon ein Bonus. Ich habe aggressiv gespielt, aber man muss natürlich wenn es 20 Kilometer pro Stunde bläst, ab und zu auch mit Köpfchen spielen. Aber ich glaube das Kurs-Management war sehr gut und ich bin sehr zufrieden. Es waren relativ viele Leute hier, das habe ich gar nicht so erwartet. Gerade auch das andere Athleten draußen waren, hat mich sehr gefreut.“

Livestream des ZDF

Ganze 112 Jahre kein Golf bei Olympia und dann gleich mit dem Sendungs-Einstieg in den Tag eine Schalte nach Barra da Tijuca. ZDF-Reporter Matthias Cammann fiel den Golffans durch seine detaillierten Erklärungen nicht auf die Nerven. Sie sind aber notwendig, weil bei Olympia zwangsläufig TV-Sportler zusehen, die sich mit Golf nicht bis kaum auskennen. Wahrlich: Ein gelungener Spagat. Die ZDF-Kollegen allerdings räumten in Folge anderen Randsportarten wie Badminton mehr Raum ein als Golf. Aber pfiffige Golfer können auf den exzellenten Live-Stream auf rio.zdf.de ausweichen und der Golfübertragung in voller Länge live am PC folgen.

Der Morgen am 1. Turniertag war zwar mit 19 Grad etwas kühl, aber windstill. Martin Kaymer, der zusammen mit US-Boy Bubba Watson und dem Inder Anirban Lahiri am Start war, schlug um 9.28 Uhr ab und bekam schon mehr der wärmenden Wintersonne von Rio mit. Sein Spiel erwärmte sich jedenfalls schnell. Kaymer begann mit Birdie, Bogey Birdie, Birdie. Kaymer verschlechterte sich schlußendlich auf zwei unter (11. Platz) und schuf sich damit immer noch eine ordentliche Startposition für Tag 2. Auch der zweite deutsche Olympiateilnehmer, Alex Cejka, ließ auch auf den schwereren zweiten Neun Federn und kam am Ende dennoch auf dn hervorragenden 3. Platz (-4).

Windspiele am Südatlantik

Allerdings kam im Laufe des Vormittags der Wind stärker auf, ein Umstand, der schon bei der Proberunde von den beiden deutschen Olympiastartern als problematisch eingestuft wurde. Der neue Platz aus der Designfeder des US-Amerikaners Gil Hanse besitzt kaum Büsche oder Bäume und ist als Insel im Südatlantik dem Wind vollkommen ausgeliefert. Als Alex Cejka am mittleren Vormittag dann auf die Runde ging, erwies sich der Wind als unberechenbar. Auffrischende Böen und völlige Windstille wechselten sich ab. Gegen Mittag dann erreichte der Wind Geschwindigkeiten über 40 Stundenkilometer.

Im Vergleich zu anderen internationalen Golf-Großereignissen war der Besuch der olympischen Golfwettbewerbe am ersten Tag eher mäßig, obwohl die Veranstalter „ausverkauft“ gemeldet haben. Zieht man Betreuer und Offizielle ab, bleiben einige tausend Golffans, die die Flights über die Spielbahnen begleiteten. Entsprechend dünn war dann auch der Beifall. Eine echte Stimmung, wie sie speziell von der Insel und den USA bekannt ist, kam nie auf.

Erstes Hole-in-One der Olympiageschichte

Etwas lauter wurde es, als der Engländer Justin Rose an der 4 ein Hole-in-One erzielte. Nachdem von den olympischen Golfturnieren in den Jahren 1900 und 1904 wenig Aufzeichnungen gibt, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit das erste Ass der olympischen Geschichte sein.

Die „Ureinwohner“ der Insel waren darüber allerdings alles andere als unglücklich. Wasserschweine, Schlangen, Vögel und Kaimane trollten sich zwar vor den Menschen, ließen sich abseits der Spielbahnen aber nicht aus ihrem gewohnten Lebensraum vergrämen.

Am Ende der ersten Golfrunde auf olympischem Geläuf lag der Australier Marcus Fraser (-8) in Front. Dahinter der frisch rasierte ehemalige Rauschebartträger Graeme Delaet (-5) aus Kanada und der coole Schwede Henrik Stenson (-5).

 
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