Pebble Beach Golf Links

Pebble Beach Golf Links: Ein Platz wie Samt und Seide am Spülsaum des Pazifiks. Rechts im Bild: die beiden Bäume vor dem 18. Grün des Par 5-Loches.

Zu den Träumen vieler Golfer gehört es, den berühmten Platz Pebble Beach Golf Links zu spielen. Jedes Jahr im Frühjahr findet dort das AT&T Pebble Beach National Pro-Am und die Bilder des Pro Ams gehen um die Welt. Bereits fünfmal wurde hier die U.S. Open ausgetragen und 2019 kehrt die U.S. Open auf den öffentlichen Platz aus dem Jahre 1919 zurück. Pebble Beach Golf Links zählt zu den schönsten Plätzen der Welt, liegen doch sieben Spielbahnen auf dramatischen Klippen, nur wenige Meter vom tosenden Pazifik entfernt.

Schon als wir den Flug nach San Francisco buchten, stand für uns fest: Wir müssen nach Pebble Beach fahren, den 17-Mile-Drive erleben und dort die berühmten Löcher spielen. Gesagt, getan. Wir fuhren von San Francisco los und blieben vier Tage in Monterey. Der 17-Mile-Drive kostet 10 US-Dollar Straßenbenutzungsgebühr, die man nicht zahlen muss, wenn man im Hotel oder eine Startzeit gebucht hat. Wer ohne Reservierung von Hotel oder Tee off an der Schranke steht, muss die zehn Dollar bezahlen, bekommt sie aber bei einem Verzehr oder Einkauf in Höhe von 35 US-Dollar in den Hotels oder Restaurants der Pebble Beach Company wieder. Nachdem wir verschiedene Plätze am 17-Mile-Drive gespielt hatten, stand schließlich das große Abenteuer an: Die Golfrunde im Pebble Beach Golf Links.

Pebble Beach Golf Links

Großer Andrang am Montag wie an allen Tagen: Proshop des Pebble Beach Golf Links

Touristen stürmen Pebble Beach

Vier Reisebusse vor dem Traum vieler Golfer

Doch wie groß war die Enttäuschung, als wir am Golfclub ankamen. Vor lauter Verkehr konnten wir den Bag-Drop nicht finden, denn es wurde wild auf dem Parkplatz rangiert und ein- und ausgeparkt. Und das an einem Montag – also unter der Woche. Und dann kamen schlußendlich vier Touristenbusse und die Insassen ergoßen sich über den Proshop, das Puttinggrün, die Anmeldung und es wimmelte und wurlte nur so von Menschen.

Pebble Beach Golf Links

Der Starter und Abschlag 1 auf einem der berühmtesten Golfplätze

Der Platz war sehr gut gepflegt, die Grüns sind überraschend klein. Die Bunker sind knifflig und es macht Spaß, den Platz zu Fuß zu gehen. Das Geld für den Cart kann man sich beruhigt sparen, wer wirklich ein tolles Spielvergnügen haben möchte, sollte sich einen Caddy leisten. Der Caddy kennt den Platz und vor allem den Wind, der einem immer wieder einen Strich durch die Rechnung macht. Vor allem sieht er auch, wo der Ball niedergeht. Für den Caddy kommen dann noch 80 US-Dollar Gebühren dazu und der Tipp, der zwischen 60 bis 100 US-Dollar liegen sollte.

Der Abschlag Eins liegt gegenüber dem Proshop und sieht wenig spektakulär aus. Inmitten des ganzen Halli-Gallis noch. Ein einfacher Abschlag, nicht erhöht oder mit einer Tafel, die die Spielbahn zeigt, dafür eine kleine Holzbank. Der Abschlag selbst: zwei kleine Kugeln. Ein Par 4. Vor uns steht der Flight – so wie den Rest der Runde.

Von Pazifik zunächst noch keine Spur, erst an Loch 4 kommt das erste Mal das Wasser und der dazu gehörige Wind. Loch 6 gibt einen Vorgeschmack, was den Spieler an dem berühmten Loch 7 erwarten wird. Ein vermeintlich kurzes und einfaches Par 3 mit nicht einmal  100 Meter , das einen geraden Abschlag erfordert. Doch der bleibt im Wind fast senkrecht stehen und das ist die Schwierigkeit dieses Loches, das so schön, aber auch so schwer zu spielen ist. Dabei steht das schwerste Loch noch an, das ist Spielbahn 9, ein weiteres Par 4, direkt am Pazifik. Bahn 11 verlässt die Küstenlinie und der Pazifik kommt erst wieder auf Spielbahn 17 und der berühmten 18 ins Spiel. Ein Par 5, vor dessen Grün zwei windzerzauste Pinien stehen.

Jedes Grün ist mit mindestens fünf Personen voll. Vier Spieler, die mindestens eine nichtspielende Frau dabei haben, die Hunderte von Fotos anfertigt. Auf dem Grün, mit der Fahne in der Hand, alle zusammen, nur der Mann alleine. Naja, so eine Runde Pebble Beach Golf Links zu 495 US-Dollar gehört auch zu den einmaligen Erlebnissen im Laufe eines Golflebens und dieses Erlebnis will man für die Nachwelt festhalten.

Ist Pebble Beach wirklich ein einmaliges Erlebnis? Für diesen stolzen Preis erwarte ich mir mehr Ruhe, mehr Exklusivität. Mehr Luxus und mehr Verwöhnfaktor. Weniger Verkaufsgalerien und weniger Shops mit überteuerter Logoware.

Ich habe schon deutlich günstigere Plätze gespielt, wo Caddies nach der Einfahrt sofort den Kofferraum öffnen, um die Bags zu entnehmen. Wo ich am Bagdrop freundlich begrüsst und willkommen geheißen wurde. Vor einigen Jahren habe ich den Wynn Golf Course in Las Vegas gespielt, der auch zum Club der 500-Dollar-Plätze gehört. Doch ein ganz anderes Erlebnis: Ankommen, die Bags werden sofort abgenommen. Ein Kaffee wird angeboten und obwohl wir für unsere gebuchte Startzeit sehr knapp waren, wurde trotzdem angeboten, dass wir erst kurz uns erholen können. Das ist für mich Kundenservice und nicht in der Schlange stehen zwischen zahlreichen Touristen, die alles wild knipsen und sich mit Logoware eindecken, als wäre es der Schlussverkauf.

Pebble Beach Golf Links

Shopping ohne Ende mit Logoware, es gibt sogar einen eigenen Proshop für die Damen.

 

 
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