Mit einem knappen und fast harschen E-Mail hat die amerikanische Profitour LPGA ihre Spielerinnen neue Bekleidungsrichtlinien aufgelegt:

Mit einem E-Mail vom 2. Juli 2017 an alle Tourspielerinnen informierte LPGA Präsidentin Vicki Goetze-Ackerman über die neuen Bekleidungsregeln, die bereits der Marathon Classic in Toledo am 17.Juli 2017 in Kraft sind. Die Spielerinnen sollten ihre Ausrüster über die neuen Kleiderregeln informieren.

Audrücklich verboten auf den Turnieren und auch ProAms auf der Tour sind:

  • Nur noch Polos mit Rackerback mit angedeutetem Kragen oder vollständigem Kragen sind erlaubt. Kein Kragen, dieses Racerback ist nicht erlaubt.
  • Tiefe Ausschnitte sind NICHT mehr erlaubt.
  • Leggins, wenn nicht unter einer Shorts oder einem Skort sind NICHT erlaubt.
  • Röcke, Shorts und Skorts MÜSSEN so lang sein, so dass der Unterkörper (sogar wenn er durch Unterziehshorts bedeckt ist) zu keiner Zeit zu sehen ist, weder beim Stehen noch beim Bücken.
  • Geeignete Kleidung sollte auch bei den Abendveranstaltungen im Rahmen des Turniers (Pro-Am-Partys) getragen werden. Auch hier sollen die Spielerinnen auf einen professionellen Auftritt achten. Wenn es nicht ausdrücklich untersagt wird, sind Golfkleider möglich. Elegante Jeans sind erlaubt, aber keine Cut-Offs oder Jeans mit Löchern.
  • Fitnesskleidung und Jeans (in allen Farben) sind auf den Fairways während der Turniers (inside the rotes) NICHT erlaubt.
  • Jogging Kleidung ist NICHT erlaubt.

Die kragenlosen Racerbacks von Michelle Wie mit Racerback sind nun vorbei, auch die Sonnenschutzärmel helfen nicht weiter. Immerhin wird jeder Spielerin bei Verstoß gegen die neuen Regeln eine Strafzahlung von 1.000 US-Dollar angedroht.

 

Auch diese Rocklänge wird nach den neuen Bestimmungen beanstandet werden:

Die Frage stellt sich nun, auf wen zielt die LPGA ab? Keine Spielerin trat in Leggins ohne Rock an, bei den Olympischen Spielern trat das US-Team in Racerbacks (mit kleinem Stehkragen) von Nike an. Sicherlich entwickelte Michelle Wie ihren Outfits immer mehr von einer klassischen Golfkleidung mit Polos, Rock oder Shorts zu einem athletischem Look. Doch, wer wenn nicht Michelle Wie, kann diesen Look tragen und wer ansonsten war damit denn noch auf der Tour unterwegs? Bei allen Turnieren habe ich nie jemand so gesehen.

Auch Sandra Gal, unsere deutsche Spielerin auf der Tour, die sehr modebewußt ist, äusserte sich in einem Interview auf golfchannel.com

“Der einzige Punkt, dem ich zustimme, ist das Verbot tiefer Ausschnitte. Doch ich habe auch noch nie solche auf der Tour gesehen. Ich denke, Racerbacks sehen toll an Frauen aus und ich denke, kurze Röcke gibt es nun in allen Sportarten, speziell im Tennis. Ich glaube nicht, dass dies dem Tennis schadet, zumal die Frauen dort für das selbe Preisgeld wie die Männer kämpfen. Unser Hauptziel ist doch klar: Spielt gutes Golf. Doch als Frau und als weibliche Athletin wollen wir attraktiv, sportlich und fit aussehen und das zeigen die Damen im Tennis schon. Warum dürfen wir Golferinnen das nicht? Ich habe mit einigen Spielerinnen gesprochen, die wie ich, mit den neuen Regeln nicht einverstanden sind.

Ein paar Impressionen von der Marathon Classic 2017:

 

 
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