Carolina Gonzales Garcia gewinnt die ASGI Ladies Swiss Open

Carolina Gonzalez Garcia @Tobias Rudin
Carolina Gonzalez Garcia gewinnt die ASGI Ladies Swiss Open @Tobias Rudin

Vom 28. April bis 30. April 2016  fand auf dem Golfplatz des GC Gams-Weidenberg in der Nähe von St. Gallen das Schweiz Event der LET Access Series, die ASGI Ladies Swiss Open statt. Siegerin wurde die Katalanin Carolina Gonzalez Garcia die vom ersten Tag an das Teilnehmerfeld dominierte.

Titelverteidigerin Olivia Cowan hielt als einzige die deutsche Fahne hoch. Doch die Mitte letzter Saison zu den Professionals übergetretene 20-Jährige kam diese Woche nie so richtig ins Spiel. Zwei über Par nach drei Runden und ein geteilter 32. Platz ist deutlich unter ihren Erwartungen. Beste Deutsche blieb damit die für Brasilien startende Doppelbürgerin Miriam Nagl. Die 35-Jährige klassierte sich auf Rang 7 und ergatterte wichtige Punkte fürs Olympia-Ranking. Ihre direkte Konkurrentin im Kampf um Brasiliens Wild Card im Olympia-Turnier von Rio, Victoria Lovelady, klassierte sich als 15.

Ein gutes Turnier für Österreichs Golferinnen, die im eigenen Land weder ein LET- noch ein LETAS-Event beherbergen, im grenznahen St. Galler Rheintal aber eine starke Performance ablieferten. Neben Christine Wolf und Emma Spitz schafften es auch die LETAS-Tourspielerinnen Sarah Schober (19.) und Nina Mühl (32.) ins Preisgeld. Zudem überstand die Vorarlberger ÖGV-Nationalspielerin Julia Unterweger (32.) bei ihrem dritten Antreten in Gams erstmals den Cut.

Ergebnisse:

ASGI Swiss Ladies Open, Gams-Werdenberg,

Par 72. 30’000 Euro. Endstand nach 3 Runden:
1. Carolina Gonzalez Garcia (ESP) 208 Schläge (63/71/74);
2. Tonje Daffinrud (NOR) 209 (71/69/69) und Christine Wolf (AUT) 209 (67/74/68);
4. Emma Spitz (AUT/Am) 210 (70/67/73), Lynn Carlsson (SWE) 210 (69/73/68) und Laura Murray (SCO) 210 (69/71/70);
7. Miriam Nagl (BRA) 211 (68/73/70).

Ferner:
15. Rachel Rossel (SWI/Am) 213 (67/75/71);
19. Sarah Schober (AUT) 214 (73/7170);
32. Olivia Cowan (DE/Titelverteidigerin) 218 (75/70/73), Julia Unterweger (AUT/Am) 218 (73/72/73) und Nina Mühl (AUT) 218 (72/73/73);
38. Anaïs Maggetti (SWI) 219 (71/74/74).

 

Dritter Tag der ASGI Ladies Swiss Open 2016

Christine Wolf ©Tobias Rudin
Geteilte Zweite: Christine Wolf ©Tobias Rudin

Nach zehn Löchern musste Gonzalez Garcia die Führung kurzfristig an die in der gleichen Gruppe spielende Amateurin Emma Spitz abtreten, sich auf Bahn 14 mit einem Birdie aber wieder an die Spitze des Leaderboards gesetzt. Mit drei Schlägen Vorsprung kam die Spanierin schliesslich auf den letzten Abschlag. Und machte es nochmals spannend. Auf dem einfachen Par 5 landete ihr Ball nach dem zweiten Schlag im Grünbunker, von wo ihn Gonzalez Garcia übers Grün hinweg ins Biotop schlug und einen Strafschlag nehmen musste. Der Approach geriet zu kurz, Carolina Gonzalez Garcia benötigte noch zwei Putts zum Doppelbogey – und zum Sieg. Dass es zum Titel gereicht hat, realisierte sie erst, als ihre Landsfrauen sie auf dem 18. Grün jubelnd umringten und mit Mineralwasser duschten.

«Ich habe versucht einen Schlag nach dem anderen zu spielen und alles andere – auch die Scores der Konkurrentinnen – auszublenden», erklärt sie ihr Erfolgsrezept. Augenzwinkernd gesteht sie, bei der ASGI Swiss Ladies Open einen kleinen Vorteil genutzt zu haben: «Ich wohnte diese Woche sozusagen auf dem Golfplatz, war bei einer Gastfamilie untergebracht, deren Haus neben Loch 6 steht – mein Zuhause für diese Woche», sagt sie strahlend.

Knapp wurde es am Ende für die Spanierin nicht wegen der beiden Mitspielerinnen im Schlussflight, sondern wegen Österreichs Olympia-Starterin Christine Wolf. Die Tirolerin spielte am Finaltag mit 68 Schlägen die beste Runde des Tages und schob sich so in der Schlussrangliste auf Rang zwei vor. Am Ende fehlt ihr ein Schlag zum Play-off. Wo sie diesen liegen gelassen hat, weiss die 27-Jährige genau: «Ein ärgerlicher 3-Putt auf der 17.» Mit Galgenhumor kann sie dem geteilten zweiten Rang dennoch etwas Gutes abgewinnen: «Tonje Daffinrud und ich werden uns nächste Woche in Marokko das Zimmer teilen. Ein Stechen heute wäre keine gute Reisevorbereitung gewesen.» Die Norwegerin hatte ebenfalls an Loch 17 ein Bogey kassiert – und teilt sich diese Woche mit Wolf Platz zwei.

Zweiter Tag der ASGI Ladies Swiss Open 2016

Emma Spitz @Tobias-Rudin
Emma Spitz @Tobias-Rudin

Die nach dem ersten Tag führende Spanierin Carolina Gonzalez Garcia konnte bei der ASGI Swiss Ladies Open die Leaderposition in Runde zwei verteidigen. Zwar spielte die 28-Jährige nach der Rekordrunde vom Donnerstag am Freitag nicht mehr so locker auf, verpasste aber keinen Fairway und konnte ihren Score beisammen halten. Eine Runde von 71 Schlägen sicherte der Katalanin die Position an der Spitze des Feldes.

Erste Verfolgerin ist nach wie vor eine Österreicherin. Allerdings nicht die Tiroler Proette Christine Wolf, die mit 74 Schlägen auf Zwischenrang zehn zurückgefallen ist. Für sie in die Bresche sprang die 16-jährige Amateurin Emma Spitz. Die ÖGV-Nationalspielerin vom GC Schönborn traf am zweiten Tag 17 Grüns – «eines weniger als am Donnerstag», wie sie selbst lachend sagte – und puttete sehr gut. Mit sechs Birdies und nur einem Bogey gelang ihr eine 67er-Runde – die beste des Tages. Damit übersteht die Niederösterreicherin bei ihrem ersten Profiturnier auch gleich den Cut. Mehr noch: Sie geht am Samstag im Leaderflight auf die Schlussrunde. Mit der Vorarlbergerin Julia Unterweger (32.) wird eine zweite ÖGV-Nationalspielerin in der Finalrunde dabei sein.

Weniger erfreulich präsentiert sich die Ausgangslage vor der Finalrunde für die gastgebenden Schweizerinnen: Die 22-jährige Amateurin Rachel Rossel, die nach der Auftaktrunde noch auf Rang 2 gelegen hatte, ist mit einer 75er-Runde auf den geteilten 15. Rang zurückgefallen. Sie wird am Samstag zusammen mit der Tessiner Proette Anaïs Maggetti (geteilte 32.) die Schweizer Fahne hochhalten.

Auch die deutschen Damen hatten sich vor diesem Turnier mehr erhofft. Titelverteidigerin Olivia Cowan konnte sich nach einer missglückten Auftaktrunde am Donnerstag im zweiten Durchgang steigern. Mit einer 2-unter-Par-Runde schob sie sich noch ins Feld der besten 48 vor, die in der Finalrunde um 30’000 Euro Preisgeld kämpfen. Bestklassierte Deutsche bleibt die für Brasilien startende Miriam Nagl; sie ist am Freitag von Platz 5 auf Rang 10 zurückgefallen.

Erster Tag der ASGI Ladies Swiss Open 2016

Rachel Rossel ©Tobias Rudin
Rachel Rossel ©Tobias Rudin

Mit einer Stunde Verspätung wegen Bodenfrosts startete das Turnier und gab den Weg frei für eine beeindruckende Runde: Die 28-Jährige Carolina Gonzalez Garcia aus Barcelona spielte am Nachmittag gross auf: Acht Birdies, ein Eagle (Loch 18) und nur ein Bogey führten zu einer beeindruckenden 63 auf der Scorekarte. Mit Neun unter Par stellte sie einen neuen Turnierrekord auf.
Die zweite Überraschung lieferte die 22-jährige Schweizer Amateurin Rachel Rossel. Die Berner Oberländerin war ohne grosse Erwartungen ins Turnier gestartet, spielte vom Tee zum Grün sehr solide und erarbeitete sich viele Birdie-Chancen, die sie auch zu nutzen wusste. Auf den Back Nine gestartet, lag sie nach einem Eagle auf Bahn 18 bei 3 unter Par. «Normalerweise macht mich das nervös, aber heute ist es mir gelungen, bis zum Schluss ruhig zu bleiben», freute sich Rossel. Ein Bogey auf Loch 1 und drei weitere Birdies auf den Front Nine brachten die Amateurin in der Zwischenwertung auf Rang zwei. Rossel hofft am Freitag so weiterspielen zu können, «auch wenn ich vermutlich nicht nochmals minus 5 spiele».
Zufrieden mit ihrer Runde war auch die Tirolerin Christine Wolf. «Bis auf eine Ausnahme habe ich heute alle Fairways getroffen und gut geputtet», sagte die 27-Jährige. Sieben Birdie-Chancen hatte die Österreicherin genutzt, der verpasste Fairway auf Bahn zwölf führte dazu, dass Wolf einen Ball verlor und ein Doppelbogey notieren musste. Die Olympia-Starterin bleibt für die beiden kommenden Runden in Lauerstellung.
Beste Deutsche in Runde eins war Miriam Nagl. Die Doppelbürgerin geht allerdings für Brasilien an den Start und hofft, sich mit einer guten Klassierung in der Schweiz wichtige Punkte für die Olympia-Qualifikation zu sichern. Eine blitzsaubere Runde mit vier Birdies und 14 Pars brachte sie auf Zwischenrang fünf. «Der Platz spielte sich heute, bei weniger Wind und etwas wärmeren Temperaturen, deutlich einfacher als in den Proberunden.» Mit ihrer Leistung ist die 35-Jährige zufrieden: «Ich habe einige Par- Saves gemacht und 2-Meter-Putts gelocht. Viel besser hätte es nicht laufen können.»

Melanie Metzger
Melanie Metzger

Am Morgen des 25. April 2016 hatte der Platz des GC Gams-Werdenberg noch unter einer 20 Zentimeter dicken Schneedecke gelegen, am Dienstag, 26. April 2016  konnte das ProAm der ASGI Ladies Swiss Open aber bereits plangemäss durchgeführt werden. Dank eines Grosseinsatzes von Greenkeepern und etwas Föhn-Unterstützung. Vom 28. April bis 1. Mai findet das  Schweiz Event der LET Access Series, die ASGI Ladies Swiss Open statt. Um 8 Uhr werden die ersten Ladies ins Turnier starten.

Das starke Teilnehmerfeld wird angeführt von der Dänin Emily Kristine Pedersen (Tee- Time: 12.40 Uhr), der Sechsten der letztjährigen Order of Merit der Ladies European Tour. Zu ihren stärksten Konkurrentinnen zählen Gams-Premierensiegerin Amy Boulden (Wales; 10. der LET-Order of Merit 2015; Tee-Time 12.51 Uhr) sowie die deutsche Titelverteidigerin Olivia Cowan (Tee-Time 12.40 Uhr). Cowan geht mit Pedersen und der St. Galler Amateurin Chiara Tamburlini auf die Runde. Österreichs beste Proette, die Tirolerin Christine Wolf, startet im Flight mit Boulden und der Schweizer Amateurin Gioia Carpenelli um 12.51 Uhr.

Die Ragazer Tour-Proette Melanie Mätzler nimmt ihr Heimturnier um 9.17 Uhr in Angriff. Um 12.51 Uhr startet die Tessinerin Anaïs Maggetti, die Engadinerin Caroline Rominger folgt um 14.08 Uhr. Nicht am Start ist Fabienne In-Albon. Die im Olympia-Golf-Ranking derzeit bestklassierte Schweizerin hatte am Montag schweren Herzens aus gesundheitlichen Gründen absagen müssen. Die Innerschweizerin kämpft seit längerem mit Rückenproblemen und ist nach einem im Winter in Australien erlittenen Zeckenbiss und Borreliose-Infektion noch immer rekonvaleszent.

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