Golf & History in Florida

Golf-History

Unter den rund 2.500 anerkannten National Historic Landmarks der Vereinigten Staaten sind auch einige historische Hotels. Vier davon befinden sich in Florida, drei der Häuser haben ihren eigenen Golfplatz.

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The Biltmore, Coral Gables

Errichtet wurde das Hotel 1926 als Teil der Biltmore Hotelkette von John McEntee Bowman und George Merrick. Der 91 Meter hohe Turm, der eine Kopie des Giralda-Turms in Sevilla ist, war nach der Fertigstellung zwei Jahre lang das höchste Gebäude in Florida. Der Pool rühmte sich lange Zeit der größte Pool der Welt zu sein. Heute ist er immer noch der größte Pool an der Ostküste Amerikas. Der spätere Tarzan-Darsteller Johnny Weißmüller war an diesem Pool Schwimmlehrer und Bademeister. Auch Schwimmstar Ester Williams hüpfte dort in die Fluten. Der berüchtigte Gangster Al Capone betrieb während der Prohibition eine illegale Bar in der Everglades Suite. Noch heute kann man in der Suite, die in den beiden höchsten Stockwerken des Turms untergebracht ist, Einschusslöcher in der Wand und eine Geheimtreppe bewundern.

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The Biltmore mit seinem berühmten Pool, der 2,2 Millionen Liter Wasser fasst

Während des Zweiten Weltkrieges war das Hotel ein Hospital für Soldaten und erst Sylvester 1987 wurde das Haus nach einem langen Leerstand wieder als Luxushotel eröffnet.

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Von vielen Zimmern hat man den Blick auf den Golfplatz, der direkt hinter dem Hotel liegt

Bereits 1925 wurde der Par 71-Golfplatz von Donald Ross entworfen. 2007 wurde der Platz an die Anforderungen an eines modernen Golfplatz angepasst und alle Grüns, Abschläge und Sandbunker wurden erneuert. Rund 5 Millionen US-Dollar kostete das Facelifting damals, dabei wurde die alten Originalpläne des Platzes zu Grunde gelegt. 2018 wurde der Platz erneut überarbeitet.

Das Hotel überragt den Platz. Die Bunker sind zwar flach, dafür aber sehr zahlreich

The Vinoy, St. Petersburg

Im quirligen St. Peterburg liegt direkt am Wasser das The Vinoy. Eröffnet wurde das Haus zum Neujahrsfest 1925. Schon damals wusste es durch seine enorme palastähnliche Lobby mit weißen Stein- und Marmorkolumnen, handgefertigten braunen Fliesen und seinem riesigen Ballsaal zu beeindrucken. Das Vinoy wurde zum Symbol für die Boom-Ära und wurde besonders von Hollywood-Stars und Politikern geschätzt, wie Jimmy Stewart oder Herbert Hoover.

Ähnlich wie viele Hotelikonen in Florida wurde auch das Vinoy während des Zweiten Weltkrieges vom Militär übernommen und zum Teil als Lazarett und Ausbildungsstätte verwendet. Im Anschluss wurden notwendige Renovierungen unterlassen, das Luxusgebäude verkam immer mehr, bis in den frühen 70er Jahren ein Zimmer für sieben Dollar zu haben war und der einst prächtige Ballsaal als Volleyballplatz umfunktioniert wurde.

Erst Anfang der 90er Jahre und nach zwei Jahren Renovierung für 93 Millionen Dollar erstrahlte das Vinoy zum alten Glanz – heute sogar mit einer eigenen Marina.  

Der Vinoy Golf Club liegt allerdings gut 3 Kilometer vom Hotel entfernt – doch keine Sorge, es gibt einen Shuttleservice. Der flache Platz liegt auf Snell Island, einer kleinen Insel und ist als Audubon Cooperative Santuary also als Rückzugsgebiet für Pflanzen und Tiere ausgezeichnet.

Viele der Spielbahnen sind von Palmen gesäumt, die aus aller Welt stammen. Unter den 900 Palmenbäumen befinden sich Bismarckpalmen aus Madagascar und Riesenfischschwanzpalmen, auch Thai-Riesencaryota genannt, aus Südostasien, die bis zu 20 Meter hoch werden können. Pinien und die für den Süden der USA typischen Virgina-Eichen mit ihren mächtigen Ausladungen ergänzen die üppige Bepflanzung des gut eingewachsenen Golfplatzes.

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Das Vinoy an der Tampa Bay © Visit Florida

The Breakers, Palm Beach

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts suchten Urlauber in Palm Beach Erholung und Entspannung. Seit 1896 erfüllt das legendäre The Breakers diesen Wunsch. Dabei hat es das Haus nicht zuletzt dank seiner einmaligen Lage am Strand und außergewöhnlichen Architektur geschafft, zu einer Ikone zu werden. Dabei musste das Hotel zwei schwere Rückschläge verarbeiten und diese kamen in Form von Feuer. 1903 und 1925 gab es zwei große Brände und das Hotel musste jeweils aufs Neue wiederaufgebaut werden.

Die zweite Rekonstruktion wurde in die Hände der berühmten Designer Shultze und Weaver gelegt, die später auch das Park Avenue Waldorf Astoria in Manhattan entwarfen. 1926 wurde The Breakers mit europäischem Einfluss in der Architektur wiedereröffnet, inspiriert vor allem durch die Villa Medici in Rom.

Vor allem für Golfer zählt das Haus zu den Top-Adressen weltweit, dank des ersten 18-Loch-Platzes in Florida.1897 legte Alexander H. Findlay den heute ältesten Golfplatz von Florida an: The Ocean Course des The Breakers auf Palm Beach. 2018 hat Golfplatzarchitekt Rees Jones den Platz überarbeitet.

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Direkt hinter dem Hotel liegt der Ocean Course ©TheBreakers

Don Cesar, St. Pete Beach

Das vierte Hotel im Bunde der historischen Hotels ist das Don Cesar in St. Pete Beach. Es hat keinen eigenen Golfplatz, aber schon wenige auf Pinellas Highway in Richtung Festland kommen zahlreiche Golfplätze des Tampa Bay-Area wie zum Bardmore Golf and Tennis Club, dem Austragungsort von 13 PGA-und LPGA-Turniern und Legacy Golf Club sowie den zahlreichen Plätzen in Pinellas County, und der Bradenton-Aera.

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Die Poolaera des Don Cesar Hotel in St. Pete Beach. © Bill Serne/DonCesar

Gefangen in der Bärenfalle

Die PGA ist in den USA eine mächtige Organisation, die im letzten Jahr ihren 100. Geburtstag gefeiert hat. Der Dachverband der US-Profigolfer und Golflehrer sitzt im noblen West Palm Beach an Floridas Atlantikküste.

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Ebenfalls an diesem Küstenabschnitt liegt im nur wenige Kilometer entfernten Palm Beach Gardens das PGA Resort. Nun liegt der Schluß nahe, dass das Resort mit der Vereinigung der Profigolfer PGA etwas zu tun hätte. Fünf Golfplätze der Spitzenklasse lassen dies auch vermuten. Doch weit gefehlt, die PGA betreibt dieses Resort nicht mehr, sondern hat Namensrechte und Betrieb an die Gruppe Century Golf Partners weitergegeben. Century ist einer der größten Betreiber von Golfanlagen und Golfhotels und -resorts der Welt.

Fünf Golfplätze mit höchster Qualität

PGA Resort
Zum Abschluss ein Par 5 – die Spielbahn 18 des The Champion Courses

Doch auch ohne direkte Beteiligung durch den Dachverband macht das PGA-Resort seinem Namen alle Ehre. Golf wird hier groß geschrieben in der Avenue der Champions inPalm Beach Gardens. Das Resort verfügt über fünf Golfplätze (The Champion, The Palmer, The Fazio, The Squire, The Estates), ein 4-Sterne-Hotel und ein riesiges SPA. Wer sein Golfspiel verbessern will, findet hier eine David Leadbetter Akademie und ein Fitting Labor für Schläger.

Großes Medieninteresse an der Honda Classic im PGA-Resort

Jedes Jahr steht das PGA-Resort im Fokus der internationalen Golfmedien, denn auf dem The Champion Course wird die Honda Classic ausgetragen. Dieses Jahr gewann Rickie Fowler dasTurnier, das seit 45 Jahren als eines der ersten Turniere im Frühjahr in Florida ausgetragen wird, bevor die Tour auf den Westcoast-Swing nach Kalifornien zieht.

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You are now entering the Bear Trap – das flösst Respekt ein.

Die Honda Classic zählt auch aus einem weiteren Grund zu Quotenknaller bei den TV-Übertragungen: Der Meisterschaftsplatz The Championship ein Meisterwerk der golferischen Gemeinheiten aus der Designfeder von Jack Nicklaus. Berühmt-berüchtigt die die sogenannte Bear Trap die Bärenfalle. Eine Kombination der Spielbahnen Nummer 15, 16 und 17 die schon so manchen sicheren Turniersieger zum Stolpern gebracht haben. An diesem drei Löchern entscheidet sich das Turnier. Zwei Par 3 und ein Par 4 dazwischen – doch alle drei Löcher sind gut mit Wasser verteidigt und die Grüns müssen alle über das Wasser erreicht werden.

Meisterwerk aus der Hand von Jack Nicklaus

Schmale Landezonen, ein trickreiches Wasserloch und andere Schwierigkeiten haben diesen Schlusslöchern (15, 16 und 17) den Beinamen „Bärenfalle“ gegeben. Besonders bei Wind schnappt sie unerbittlich zu. Jack Nicklaus über diese drei Löcher: „Das Spiel sollte hier verloren oder gewonnen werden.“ So ganz nebenbei: Der “Champions” weist ein Sloperating von 148 auf.

Auch der Ryder Cup war hier schon zu Gast

Bei unserem Besuch im Januar wurden die Megatribünen am Wasserloch (17.) gerade aufgestellt. Stimmung ist hier vorgrammiert! Der Champions-Kurs war bereits mehrfach Austragungsort hochangesehener Turniere wie dem Ryder Cup 1983, der PGA Championship 1987 und die Senior PGA Championship in den Jahren 1982 bis 2000.

Ein Spa und ein formidables Steakhouse verwöhnen nach der Runde

Und weil Golfresorts die Ambition haben, den Golfern alles in nächster Nähe anzubieten, wartet nach der Runde im Hotel ein entspannendes SPA mit Massage oder der Besuch der Sportbar mit stets laufenden Golfübertragungen und am Abend ein formidables Steakhouse. Von der Bauweise vielleicht, vom Pflegezustand keinesfalls, sieht man dem Hotel an, dass es bereits mehr als drei Jahrzehnte auf dem Buckel hat.

Prominenter Nachbar: Tiger Woods

In den USA ist zwar nichts wirklich nah, aber Tigers Standbein als Kneipier im Badeort Jupiter liegt quasi „um die Ecke“ und ist allemal einen Besuch wert. Der Star selber zeigt sich allerdings nur in Bildern und Devotionalien.

Weitere Golfplätze in der Nähe

Die fünf Plätze des PGA Resorts sind die eine Seite der Medaille. Für gutes Geld von 240 Dollar (The Champion) und 160 Dollar (übrige Plätze) spielt der Urlauber im PGA National aber sicherlich nicht jeden Tag. Wer ein paar Kilometer ins Hinterland von West Palm Beach Richtung Okeechobee See fährt, spielt im Sugar Cane Golf Club ab 25 Dollar und im Okeeheelee, einem kommunalen Golfclub, ab 30 Dollar. Beide Plätze sind durchaus spielenswert und nicht unattraktiv. Insgesamt verfügt die Region über mehr als 50 Golfplätze.

Mehr Informationen:

Informationen über das Resort: pgaresort.com
Informationen über Florida: visitflorida.com