Golfplatztest: Citrus Golf Hammamet, Tunesien

Eine gute Autostunde südlich von Tunis liegt Hammamet – eine Touristenhochburg mit insgesamt zwei 18-Loch-Plätzen und einem 9-Loch-Kompaktkurs, bekannt als Citrus Golf.

Die beiden großen Plätze des Golfzentrums Citrus Golf könnten unterschiedlicher nicht sein. Während der 18-Loch-Platz „La Foret“ als Parklandcourse über Hügel und Schluchten führt und stark bewaldet ist, schlängelt sich der zweite Course „Les Oliviers“ auf offenerem Gelände durch uralte Olivenhaine und ist etwas einfacher zu spielen.

Citrus Golf, Hammamet, Tunesien

Beide haben allerdings ihre Tücken, denn weder Schirmpinien noch Olivenbäume sind zu unterschätzen, wenn sie dem Ballflug im Wege stehen…

Spielerische Herausforderungen von Ronald Fream

Architekt Ronald Fream, der so etwas wie der tunesische „Hausarchitekt“ ist, hat auch hier gezeigt, dass die Tücke (des Golfplatzes) im Detail liegt. Dennoch machen beide Courses Spaß und strengen nicht zu sehr an – ein Cart ist allerdings immer empfehlenswert! Der Pflegezustand ist bestens.

Vorzugspreise in einzelnen Hotels

Wer in den Hotels Phenicia, Aziza oder Méditerranée wohnt, genießt besondere Vorzugspreise und garantierte Startzeiten auch in der Hochsaison, da diese Hotels Besitzer des Platzes sind.

Golf Hammamet
Das elegante Clubhaus des Citrus Golf Clubs in Hammamet.

Weitere Informationen:

Platz Les Oliviers, 18 Löcher,
Länge: 6.106 m

Platz La Foret, 18 Löcher,
Länge: 6.066 m

Compact Course, 9 Löcher,
Länge: 1.121 m

Architekt Ronald Fream

Greenfee: ab 32 Euro

Gute Übungseinrichtungen

Golf Citrus

B.P. 132, TN-8050 Hammamet, Tunesien
Tel.: +216 72 226 500, Fax: +216 72 226 400
www.golfcitrus.com

 

In den einzelnen Kategorien wird folgendes berücksichtigt:

Spielfreude: Design des Platzes, Fairness gegenüber Spieler, Einbettung des Platzes in die Landschaft,
Preis-/Leistungsverhältnis: Green Fee in Relation zum Gesamteindruck
Pflegezustand des Platzes: Wie präsentierte sich der Platz?
Clubhaus & Amenities: Angefangen vom Parkplatz, über den Pro Shop bis zum Halfway-Haus.
Service: Freundlichkeit des Personals, Beschilderung, Annehmlichkeiten für die Golfer

 

Golfplatztest: Flamingo Golf Course, Tunesien

Golfplatztest Tunesien

Unweit von Port El Kantaoui liegt der Geburtsort des Staatsgründers des modernen Tunesiens, Habib Bourgiba, Monastir – doch dazu später mehr. Der Flamingo Golf Course liegt auf einer Anhöhe oberhalb eines Salzsees und bietet neben dem Weitblick auf die Marschlandschaft attraktive Löcher, die wie eine Achterbahn mal bergauf, dann wieder bergab führen. Locker stehende Olivenbäume, dichte Macchia, Seen und Bunker sorgen für Abwechslung und spielerische Aufregung. Golfer sollten hier eher defensiv spielen, denn oft geht es hinter den Grüns steil bergab und das Rough ist undurchdringlich. Viele Bälle mitnehmen!

Kühlung auf der Terrasse

Später dann auf der Terrasse des Clubhauses zahlt sich Lage auf dem Hochplateau aus: Der Blick reicht weit in die Landschaft hinein. Der Salzsee, der sich unterhalb der Terrasse erstreckt, ist häufig Heimat von Flamingos, die Namensgeber für den Platz waren. Der sanft aus der Ebene kommende Wind fächelt den ermüdeten Spielern Kühlung zu, während sie die Gastfreundschaft auf der Terrasse des Clubhauses geniessen.

Ein Abstecher nach dem Golf sollte dem Museum des Vaters des neuen Tunesiens, Habib Bourguiba, gelten. Die Villa aus den Sechziger Jahren zeigt Einblicke in das Leben und Wirken dieses großen Politikers, darunter auch seine Staatskarosse aus deutscher Fertigung.

Infos über den Flamingo Golf Course:

18 Löcher,  6.402 m

Architekt: Ronald Fream

Greenfee: 44 Euro (November 2017)

Trainingsmöglichkeiten: Putting Green

Flamingo Golf Course

Route de Ouardanine B.P. 40, TN-5079 Monastir, Tunesien
Tel.: +216 73 500 283, Fax: +216 73 500 284
booking@golfflamingo.com
www.golfflamingo.com

Golf in Tunesien
Golf  in Tunesien findet auf Djerba und nördlich davon an der Küste statt.

In den einzelnen Kategorien wird folgendes berücksichtigt:

Spielfreude: Design des Platzes, Fairness gegenüber Spieler, Einbettung des Platzes in die Landschaft,
Preis-/Leistungsverhältnis: Green Fee in Relation zum Gesamteindruck
Pflegezustand des Platzes: Wie präsentierte sich der Platz?
Clubhaus & Amenities: Angefangen vom Parkplatz, über den Pro Shop bis zum Halfway-Haus.
Service: Freundlichkeit des Personals, Beschilderung, Annehmlichkeiten für die Golfer

 

Golf in Tunesien

Die Reiseziele für Golfreisen sind in diesem Frühjahr schon stark gebucht. Mallorca, das Festland Spanien und die Kanaren boomen seit Jahren und sind seit dem Wegfall der Türkei als Golfdestination angesagt. Auch die Preise gehen vielfach durch die Decke. Zeit, also sich nach neuen oder altbekannten Golfdestinationen umzusehen.

Tunesien – einst beliebtes Reiseziel für Golfer

Tunesien war lange Zeit eine Lieblingsdestination der Golfer. Schnell und bequem mit Charterflügen zu erreichen, tolle Hotels und schöne Golfplätze, Green Fees und Nebenkosten im mittleren Preisbereich. Dann kamen die Anschläge und der Tourismus nach Tunesien stagnierte.

Golf in Tunesien – kann man guten Gewissens wieder in diese Region reisen?

Dazu haben wir den Golf-Journalisten Bernd Stegmaier befragt, der auf Einladung der tunesischen Regierung im November 2017 sich Land und Leute sowie die Golfplätze angesehen hat. Bernd Stegmaier schreibt für verschiedene Golf- und Reisetitel im Printbereich sowie zahlreiche Online-Auftritte. Er ist Chefredakteur von golf66 und veröffentlicht auf www.golfen.cc Aktuelles und Wissenswertes über den Golfsport, speziell für Best-Ager.

Golf in Tunesien
Bernd Stegmaier in der Bear Trap im PGA National Golf Club, West Palm Beach, Fl.

Golfwomen.de: Bernd, Du bist mit einer internationalen Reisegruppe nach Tunesien gereist? Wer war dabei?

Bernd Stegmaier: Nun, es waren neben der Deutschland-Pressechefin Andrea Philippi, die eine profunde Kennerin des Landes ist und einige ausgewählte Golfjournalisten aus dem deutschen Sprachraum dabei.

Golfwomen.de: Wie war die Ankunft am Flughafen? Waren dort viele Kontrollen?

Bernd Stegmaier: Es war erstaunlich wie problemlos die Einreise war. Die Mitreisenden aus dem Flugzeug waren beinahe so schnell durch die Kontrolle wie wir.

 

Golfwomen.de: Ihr seid mit dem Kleinbus durch Tunesien gefahren. Macht es Sinn mit einem Mietwagen dort selbst zu fahren?

Bernd Stegmaier: Außerhalb der Hauptstadt Tunis ist es problemlos, selbst mit einem Mietauto zu fahren. In der Hektik des Großstadtverkehrs mit Autos, die rechts und links überholen, war mir ein Fahrer schon sehr recht. Für kleine Gruppen würde ich immer empfehlen, einen ortskundigen Fahrer zu buchen. Übrigens liegen Taxifahrten für kürzere Strecke im einstelligen Eurobereich.

Golfwomen.de:  In welchem Zustand waren die Golfplätze?

Bernd Stegmaier: Mit einem Wort hervorragend. Der Pflegezustand der Plätze – und wir haben beinahe alle zwischen Tabarka im Nordwesten und Djerba im Süden gespielt – war wirklich gut. Ebenfalls die Freundlichkeit in den Golfclubs. Ich hatte das Wagnis auf mich genommen, in jedem Club ein Leihbag zu bekommen. Ohne Ausnahme waren es moderne Schlägersätze, die höchstens drei Jahre auf dem Markt sind, meist sogar beinahe fabrikneu. Und dies sogar für mich als Linkshänder.

Golfwomen.de: Wie sah es in den Hotels aus?

Bernd Stegmaier: Die Hotels war aus dem mittleren und oberen Segment, also vier bis fünf Sterne. Ich würde durchaus empfehlen, als Golfer genau hier zu buchen. Meist sind es  Golfhotels, die nahe an den Plätzen liegen oder zu denen die Golfanlagen auch gehören. Service und Essen sowie die Sauberkeit war top.

Golfwomen.de: Muss man in Tunesien immer einen Caddy nehmen?

Bernd Stegmaier: Nein, diese Zeiten sind längst vorbei. Ich erinnere mich, als vor 30 Jahren durchaus Golf begabte Jungs die Golftaschen trugen und sich als kleine Pros aufspielten. Heute kann man die inzwischen gut ausgebildeten Caddies buchen. Das muss aber nicht sein. Die Plätze verfügen über Birdiebooks und sind gut ausgeschildert.

Golfwomen.de: Zu Fuß gehen oder Carts?

Bernd Stegmaier: Wie’s beliebt. Die Clubs haben Leih-Trolleys oder eben Carts. Ich empfehle Carts, wenn die Temperaturen ab März auf 20 Grad und mehr klettern. Das Dach des Carts bietet guten Sonnenschutz und der ist bis Ende Oktober sehr willkommen.

Golfwomen.de: Thema Sicherheit, wie sieht es damit aus?

Bernd Stegmaier: Eine schwierige Frage! Zunächst ist das subjektive Sicherheitsgefühl hoch, unsere Gruppe wie auch ich fühlten uns nirgends unsicher. Die Kontrollen am Flughafen sind internationaler Standard, in den meisten Hotels stehen am Eingang Sicherheitsschleusen. Das Land tut viel in Sachen Sicherheit und Polizeikontrollen sind immer wieder zu sehen, wenngleich dies nie störend wirkt. Ich würde morgen wieder hinfliegen!

Golfwomen.de: Wie hast Du die Leute im Land erlebt?

Bernd Stegmaier: In den Hotels, auf den Golfplätzen und in näheren Umgebung gilt die absolute Gastfreundschaft (andere Menschen habe ich leider nicht nah genug kennengelernt). Es tut schon ein bisschen weh, wenn man nur wenige Gäste in einem großen Hotel sieht und das Personal sich um die wenigen Gäste reißt. Gerade das Hotelpersonal war unglaublich aufmerksam und zuvorkommend. Das gilt auch für kleine Restaurants in den Touristenhochburgen: Freundliche Menschen, ein tolles Essen und kleine Preise.

golf in Tunesien
Djerba – Das Tor zur Wüste

Golfwomen.de: Dein Fazit?

Bernd Stegmaier: Golfurlaub in Tunesien ist eine preiswerte Möglichkeit, gute Plätze zu spielen, in guten Hotels zum kleinen Preis zu wohnen. Ich würde empfehlen, dass sich ein Viererflight beispielsweise aus dem Heimatclub verabredet und zusammen einen Kleinbus bucht, der sie zu einer Auswahl von tollen Plätzen bringt. Mein persönlicher Lieblingsplatz ist Tabarka im äußersten Nordwesten des Landes. Das beste Klima allerdings hat die Insel Djerba mit einem sehr aus Golf ausgerichteten Robinson-Club. Ich kann Tunesien als Golfdestination nur empfehlen.

Golfwomen.de: Wir danken für das Gespräch.

In nächster Zeit veröffentlichen wir einige Golfplatztests aus dieser Reise. Einfach mal bei Golfwomen.de/Golfplatztest nachsehen. Oder im Newsletter anmelden, dann benachrichtigen wir Euch über neue Golfplatztests.

Alle Bilder dieses Beitrags: @ Bernd Stegmaier