Die Reiseziele für Golfreisen sind in diesem Frühjahr schon stark gebucht. Mallorca, das Festland Spanien und die Kanaren boomen seit Jahren und sind seit dem Wegfall der Türkei als Golfdestination angesagt. Auch die Preise gehen vielfach durch die Decke. Zeit, also sich nach neuen oder altbekannten Golfdestinationen umzusehen.

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Tunesien – einst beliebtes Reiseziel für Golfer

Tunesien war lange Zeit eine Lieblingsdestination der Golfer. Schnell und bequem mit Charterflügen zu erreichen, tolle Hotels und schöne Golfplätze, Green Fees und Nebenkosten im mittleren Preisbereich. Dann kamen die Anschläge und der Tourismus nach Tunesien stagnierte.

Golf in Tunesien – kann man guten Gewissens wieder in diese Region reisen?

Dazu haben wir den Golf-Journalisten Bernd Stegmaier befragt, der auf Einladung der tunesischen Regierung im November 2017 sich Land und Leute sowie die Golfplätze angesehen hat. Bernd Stegmaier schreibt für verschiedene Golf- und Reisetitel im Printbereich sowie zahlreiche Online-Auftritte. Er ist Chefredakteur von golf66 und veröffentlicht auf www.golfen.cc Aktuelles und Wissenswertes über den Golfsport, speziell für Best-Ager.

Golf in Tunesien

Bernd Stegmaier in der Bear Trap im PGA National Golf Club, West Palm Beach, Fl.

Golfwomen.de: Bernd, Du bist mit einer internationalen Reisegruppe nach Tunesien gereist? Wer war dabei?

Bernd Stegmaier: Nun, es waren neben der Deutschland-Pressechefin Andrea Philippi, die eine profunde Kennerin des Landes ist und einige ausgewählte Golfjournalisten aus dem deutschen Sprachraum dabei.

Golfwomen.de: Wie war die Ankunft am Flughafen? Waren dort viele Kontrollen?

Bernd Stegmaier: Es war erstaunlich wie problemlos die Einreise war. Die Mitreisenden aus dem Flugzeug waren beinahe so schnell durch die Kontrolle wie wir.

 

Golfwomen.de: Ihr seid mit dem Kleinbus durch Tunesien gefahren. Macht es Sinn mit einem Mietwagen dort selbst zu fahren?

Bernd Stegmaier: Außerhalb der Hauptstadt Tunis ist es problemlos, selbst mit einem Mietauto zu fahren. In der Hektik des Großstadtverkehrs mit Autos, die rechts und links überholen, war mir ein Fahrer schon sehr recht. Für kleine Gruppen würde ich immer empfehlen, einen ortskundigen Fahrer zu buchen. Übrigens liegen Taxifahrten für kürzere Strecke im einstelligen Eurobereich.

Golfwomen.de:  In welchem Zustand waren die Golfplätze?

Bernd Stegmaier: Mit einem Wort hervorragend. Der Pflegezustand der Plätze – und wir haben beinahe alle zwischen Tabarka im Nordwesten und Djerba im Süden gespielt – war wirklich gut. Ebenfalls die Freundlichkeit in den Golfclubs. Ich hatte das Wagnis auf mich genommen, in jedem Club ein Leihbag zu bekommen. Ohne Ausnahme waren es moderne Schlägersätze, die höchstens drei Jahre auf dem Markt sind, meist sogar beinahe fabrikneu. Und dies sogar für mich als Linkshänder.

Golfwomen.de: Wie sah es in den Hotels aus?

Bernd Stegmaier: Die Hotels war aus dem mittleren und oberen Segment, also vier bis fünf Sterne. Ich würde durchaus empfehlen, als Golfer genau hier zu buchen. Meist sind es  Golfhotels, die nahe an den Plätzen liegen oder zu denen die Golfanlagen auch gehören. Service und Essen sowie die Sauberkeit war top.

Golfwomen.de: Muss man in Tunesien immer einen Caddy nehmen?

Bernd Stegmaier: Nein, diese Zeiten sind längst vorbei. Ich erinnere mich, als vor 30 Jahren durchaus Golf begabte Jungs die Golftaschen trugen und sich als kleine Pros aufspielten. Heute kann man die inzwischen gut ausgebildeten Caddies buchen. Das muss aber nicht sein. Die Plätze verfügen über Birdiebooks und sind gut ausgeschildert.

Golfwomen.de: Zu Fuß gehen oder Carts?

Bernd Stegmaier: Wie’s beliebt. Die Clubs haben Leih-Trolleys oder eben Carts. Ich empfehle Carts, wenn die Temperaturen ab März auf 20 Grad und mehr klettern. Das Dach des Carts bietet guten Sonnenschutz und der ist bis Ende Oktober sehr willkommen.

Golfwomen.de: Thema Sicherheit, wie sieht es damit aus?

Bernd Stegmaier: Eine schwierige Frage! Zunächst ist das subjektive Sicherheitsgefühl hoch, unsere Gruppe wie auch ich fühlten uns nirgends unsicher. Die Kontrollen am Flughafen sind internationaler Standard, in den meisten Hotels stehen am Eingang Sicherheitsschleusen. Das Land tut viel in Sachen Sicherheit und Polizeikontrollen sind immer wieder zu sehen, wenngleich dies nie störend wirkt. Ich würde morgen wieder hinfliegen!

Golfwomen.de: Wie hast Du die Leute im Land erlebt?

Bernd Stegmaier: In den Hotels, auf den Golfplätzen und in näheren Umgebung gilt die absolute Gastfreundschaft (andere Menschen habe ich leider nicht nah genug kennengelernt). Es tut schon ein bisschen weh, wenn man nur wenige Gäste in einem großen Hotel sieht und das Personal sich um die wenigen Gäste reißt. Gerade das Hotelpersonal war unglaublich aufmerksam und zuvorkommend. Das gilt auch für kleine Restaurants in den Touristenhochburgen: Freundliche Menschen, ein tolles Essen und kleine Preise.

golf in Tunesien

Djerba – Das Tor zur Wüste

Golfwomen.de: Dein Fazit?

Bernd Stegmaier: Golfurlaub in Tunesien ist eine preiswerte Möglichkeit, gute Plätze zu spielen, in guten Hotels zum kleinen Preis zu wohnen. Ich würde empfehlen, dass sich ein Viererflight beispielsweise aus dem Heimatclub verabredet und zusammen einen Kleinbus bucht, der sie zu einer Auswahl von tollen Plätzen bringt. Mein persönlicher Lieblingsplatz ist Tabarka im äußersten Nordwesten des Landes. Das beste Klima allerdings hat die Insel Djerba mit einem sehr aus Golf ausgerichteten Robinson-Club. Ich kann Tunesien als Golfdestination nur empfehlen.

Golfwomen.de: Wir danken für das Gespräch.

In nächster Zeit veröffentlichen wir einige Golfplatztests aus dieser Reise. Einfach mal bei Golfwomen.de/Golfplatztest nachsehen. Oder im Newsletter anmelden, dann benachrichtigen wir Euch über neue Golfplatztests.

Alle Bilder dieses Beitrags: @ Bernd Stegmaier

Tchibo Kategorie Sport