Annika lädt nach China ein

Annika Sörenstam

Die wohl beste Golferin aller Zeiten, Annika Sörenstam, zieht es zurück nach China. Vom 25. Bis 27. April wird die Schwedin Gastgeberin eines der größten Turniere für Mädchen sein. Bei den „Annika Invitational“ in Mission Hills werden mehr als 100 junge Frauen zu einem Golfturnier der Superlative antreten, unter ihnen vier Spielerinnen aus den Top 10. Natürlich sind die beiden chinesischen Topspielerinnen Wang Jia-Yi und An Tong am Tee.

Kleine Mädchen auf der Range
Beim Annika Sörenstam Invitational spielen die Kleinen ab sieben Jahren mit. Foto: AS

„Es ist wirklich unglaublich, wie sehr sich dieses Turnier seit 2011 entwickelt hat,“ freut sich die zehnfache Major-Siegerin und 90fache Turniersiegerin Sörenstam. Die schwedische Ausnahmespielerin mit Wohnsitz in Orlando lobte auch den außergewöhnlichen Partner Mission Hills. Hintergrund sind sicherlich die Youth Olympic Games in Argentinien in diesem Sommer. Wer in Mission Hills gut abschneidet, empfiehlt sich für diese Jugendspiele. Die 9- bis 17-jährigen Spielerinnen bestreiten drei Wertungsrunden auf dem von Annika entworfenem Golfcourse in Dongguan. Die Siegerin wird dann zum „Annika Invitational“ in die USA eingeladen. Die Vorjahressiegerin Shi Hui-Ying kann ihren Titel verletzungsbedingt nicht verteidigen.

World Golf Village
Die Siegerin von Mission Hills wird nach Florida ins World Golf Village eingeladen.

 

 

 

 

Solheim Cup 2017: Day 2 – USA weiterhin im Siegesrausch

Solheim Cup 2017

Nahezu beflügelt startete das Team USA beim Solheim Cup 2017 in die nächsten Four-Somes und Fourballs am Samstag.

Am Vormittag die Foursomes beim Solheim Cup 2017

Die Flights für den zweiten Tag wurden wie folgt aufgestellt:

  • Christie Kerr/Lexi Thompson gegen Caro Masson/Jodi Ewart Shadoff
  • Paula Creamer/Austin Ernst gegen Melissa Reid/Emily Pedersen
  • Stacy Lewis/Gerina Piller gegen Anna Nordqvist/Georgia Hall
  • Michelle Wie/Danielle Kang gegen Karine Icher/Catriona Matthew
Solheim Cup 2017
Paula Creamer freut sich über ihren Putt am 9. Grün. © Tristan Jones

Die beiden ersten Flights hatten noch 4 Löcher zu gehen und das Team USA lag jeweils mit 4 Punkten Vorsprung vorne.

An Loch 15 versenkte Christie Kerr den Putt zum Birdie und Kerr/Thompson gewannen dieses Par-5. Mit 5&3 endete diese Partie und ein weiterer Punkt ging an das Team USA.

Christie Kerr erreichte mit diesem Putt ihren 19. Punkt, den sie bis dahin für die USA gewonnen hat. Sie setzt sich damit an die Spitze vor Annika Sörenstam.

Solheim Cup 2017
Anna Nordqvist und Georgia Hall freuen sich über ihren Sieg. © Tristan Jones

Ebenso gelang Creamer/Ernst das Birdie an diesem Par 5 und auch diese Partie wurde zugunsten der USA entschieden. Die USA erreicht mit diesem Punkt 7 1/2 Punkte, während Europa noch keinen Punkt in den Vormittagsspielen gewonnen hat. Dies passiert erst mit den nächsten Matches. Anna Nordqvist und Georgia Hall bringen ihren Vorsprung von 2&1 ebenso sicher nach Hause wie Karine Icher und Catriona Matthew.

Solheim Cup 2017
Catriona Matthew umarmt Partnerin Karine Sicher nach dem gewonnenen Match am Samstag Vormittag. © Tristan Jones

Fourballs am Nachmittag:

Am Nachmittag gingen die Fourballs wie folgt an den Start:

  • Brittany Lang/Brittany Lincicome gegen Melissa Reid/Carlota Ciganda
  • Lizette Salas/Angel Yin gegen Anna Nordqvist/Jodi Ewart Shadoff
  • Paula Creamer/Austin Ernst gegen  Karine Icher/Madelene Sagstrom
  • Christie Kerr/Lexi Thompson gegen Catriona Matthew/Georgia Hall

Solheim Cup 2017: Day 1 – 3 Punkte Vorsprung für Team USA

Solheim Cup 2017

Update, 19. August 2017, Stand beim Solheim Cup 2017 nach dem ersten Tag: 5 ½ zu 2 ½ für die USA

Nah dran am Golfgeschehen bei Solheim Cup 2017

Am ersten Turniertag kamen zwar viele Besucher, nicht aber die Massen,  sonst bei den Turnieren am Fairwayrand stehen. Ein weiteres Mal zeigte sich, dass Frauengolf weniger Zuschauer anzieht. Dabei sind die Zuschauer bei den Damenturnieren deutlich näher an den Spielerinnen und erleben das Turnier wirklich „hautnah“. Keine  gestaffelten Zehnerreihen wie beim Ryder Cup, bei denen man gerade einmal den Scheitel des Vordermanns sieht.

Der Des Moines Golf & Country Club, den Pete Dye 1967 gebaut hatte, weist über 160 Bunker  aus. Gerne setzt der Stardesigner vier bis fünf Bunker vor die Grüns oder in die Drive-Zone. Sie sind flach im Gegensatz zu den Topfbunkern, die die europäischen Spielerinnen von den Turnieren in England oder Schottland gewöhnt sind. Dennoch erwies sich der Bunker an Spielbahn 7 für Caro Masson als Stolperstein. Sie und Partnerin Carlotta Ciganda benötigten zwei Schläge, um aus der steilen Bunkerwand herauszukommen. Am Ende holte das Team USA  das Loch.

Tag 1 Solheim Cup 2017: Foursomes und Fourballs

Die vier Paarungen waren auf den ersten neun Löchern beinahe ausgeglichen.

Das erste Ergebnis des Tages: Melissa Ried/Charley Hull gegen Lexi Thomson/Cristie Kerr teilten und am Ende gab es je einen halben Punkt. Cristie Kerr gab nach der Runde zu Protokoll, dass die Greens ziemlich tough und schwer berechenbar waren und das Spiel über 18 Löcher gegen das Euro-Duo ziemlich eng.

Anna Nordquist/Georgia Hall lagen gegen Paula Creamer/Austin Ernst am Ende bei 3 zu 1: Sieg für Europa und der erste ganze Euro-Punkt.

Solheim-cup-2017
Caro Masson am 17. Grün am ersten Tag. © Tristan Jones

Carlota Ciganda und Caro Masson konnten ihren Rückstand nach 14 Löchern von bis zu 2 down gegen das US-Gespann Danielle Kang/Lizette Salas aufholen: All Square.  Auf Grün 16 konnten US-Spielerinnen den alten Abstand von 2 auf wieder holen. Am Ende in Sieg mit 1 auf. Punkt für die USA.

Ein besonderes Lob gilt der Seniorin im Europa-Team Catriona Matthews. Die inzwischen knapp 50-Jährige sprang kurzfristig für die am Rücken verletzte Schwedin Suzann Pettersen ein, auf die Annika Sörenstam große Hoffnungen gesetzt hatte. Mit grundsolidem Spiel und Nervenstärke punkte sie ein ums andere Mal an der Seite der Französin Karen Icher. Die Schottin Matthews geizte nicht mit guten Schlägen. Der Lohn der guten Tat: mit Partnerin Karen Icher lag sie gegen Stacy Lewis/Gerina Piller nach Loch 17 mit  1 auf. Alles kam auf das letzte Loch an. Eine schlechtere Annäherung von Icher an das Grün endete im dicken Rough. Piller lies für Lewis einen zehn Meter Putt übrig, denn Lewis mit flatternden Nerven viel zu lang am Loch vorbei schob. Nun war Catriona Matthew dran, den Ball aus dem hohen Rough zu Chippen. Der Ball kam erst weit von der Fahne entfernt zur Ruhe. Icher bewahrte aber nun die Nerven und puttete den Ball knapp an die Fahne. Der Putt wurde vom Team USA geschenkt und nun war Gerina Piller an der Reihe zu putten. Sie lies ihren Putt zu kurz und somit teilten sie das Loch und Team Europe konnten seinen Vorsprung von 1 auf nach Hause bringen.

Auf den zweiten 9 legten die Europäerinnen ihre sichtbare Nervosität ab und kamen besser ins Spiel, stopften längere Putts und chippten sogar aus 20 Metern von außen ein (Charley Hull an der 16).

Eine Form, die leider die Spielerinnen der Nachmittags-Fourballs nicht annähernd halten konnten. Bei den Nachmittags-Matches setzte Annika Sörenstam auf vier Rookies.

Die Paarungen waren (Team USA gegen Team Europe):

  • Michelle Wie & Danielle Kang gegen Sagstrom & Jodi Ewart Shadoff
  • Angel Yin & Lisette Salas gegen Carlota Ciganda & Emily Pedersen
  • Brittany Lincicome & Brittany Lang gegen Florentyna Parker & Caro Masson
  • Stacy Lewis & Gerina Miller gegen Charley Hull und & Georgia Hall.
Solheim Cup 2017
Große Verzweiflung bei den Rookies des Solheim Cups: Der Putt von Florentyna Parker wollte nicht fallen. © Tristan Jones

Schon nach wenigen Spielbahnen zeigte das Team USA seine Überlegenheit und führte in allen vier Matches. Bis zum Schluss änderte sich daran nichts. Das Team USA ging mit 3 Punkten Vorsprung in den zweiten Tag.

Hier die schönsten Szenen des ersten Tages:

Suzann Pettersen muss sich vom Solheim Cup 2017 abmelden

Update 16.August 2017. Es ist die schlechte Nachricht des Tages: Die Norwegerin Susann Pettersen muss wegen einer Verletzung der Bandscheiben ihre Auftritt bei Solheim Cup im Team Europa am kommenden Freitag absagen. Kapitänin Annika Sörenstam musst adhoc einen Joker aus dem Ärmel schütteln. Und das ist die gute Nachricht des Tages: Die Schottin Catriona Matthew, die eigentlich als Vizekapitätnin vorgesehen war, springt für Pettersen ein. Es ist die neunte Teilnahme am Solheim Cup für die zweifache Mutter und sie hat bisher 19 Punkte für das Team Europa gewonnen. 2011 und 2015 war sie eine verlässliche Partnerin für Caro Masson und 2015 gewann sie ihre Team-Matches an der Seite Karine Icher sowie bei beiden Matches mit Sandra Gal.

Ein Blick hinter die Kulissen des Solheim Cup 2017

Endlich beginnt der Solheim Cup 2017. Noch steht der PING Junior Solheim Cup im Vordergrund, doch die Freiwilligen Helfer sind schon im Einsatz.

Es gibt auch schon Fotos von den mitgereisten Fans. Ruth Leonhard und ihre Freundinnen waren 25 Stunden unterwegs, bis sie endlich in Des Moines ankamen. Es war ein langer Sonntag für die Damen.

Solheim Cup 2019: Das Team Europe

Ricoh Womens British Open

Die zwölf Spielerinnen des Teams Europe für den Solheim Cup 2019 im schottischen Gleneagles stehen fest.

Die Kapitänin kann die jeweilige Zusammenstellung selbst festlegen. Catriona Matthew entschied sich wie folgt: Drei Spielerinnen kommen aus der Solheim Cup Punkteliste, die sofort nach der Schlussfeier eines Solheim Cups wieder zu zählen beginnt. Entsprechend ihrer Platzierung bekommen die Spielerinnen Punkte für ihren Rang in der Siegerliste der Turniere.

Die nächsten fünf Spielerinnen sind nach ihrem Platz in der Weltrangliste, der Rolex World Ranking gesetzt. Vier Spielerinnen werden als Wildcards von der Team-Chefin  benannt, sie spricht die sogenannten Captains Pick aus.

Nach Solheim Cup-Punkten haben sich qualifiziert:

  • CARLOTA CIGANDA (2013, 2015, 5 Punkte gewonnen)
  • Anne van Damm (Rookie)
  • Caroline Hedwall 

Nach dem ROLEX WORLD RANKING haben sich qualifiziert

  • Anna Nordqvist  (2009, 2011, 2013, 2015, 2017)
  • CHARLEY HULL (2013, 2015, 2017)
  • GEORGIA HALL (2017)
  • Azahara Munoz 
  • Caroline Masson (2013, 2015, 2017)

Die Wildcards für den Solheim Cup 20197

Ebenfalls nach der Scottish Open gab Team-Chefin Catriona Matthew ihre vier Wildcards bekannt:

  • SUZANN PETTERSEN (2002, 2003, 2005, 2007, 2009, 2011, 2013, 2015, 2017)
  • JODI EWART SHADOFF (2013, 2017)
  • Bronte Law aus England (Rookie)
  • Celine Boutier aus Frankreich (Rookie)

Kapitänin des Solheim Cups 2019 und ihre Vize-Kapitänin

Catriona Matthew wird unterstützt von Kathryn Imrie. Catriona Matthew ist den deutschen Zuschauern bekannt, die Schottin trat beim Solheim Cup 2015 gemeinsam mit Ryder-Cup Neuling Caro Masson an.

Zur Einstimmung auf den neuen Solheim Cup:
Hier das Duell Carlota Ciganda & Melissa Reid vs. Michelle Wie & Alison Lee

www.solheimcupusa.com

Interview mit Annika Sörenstam

L1130141
Annika Sörenstam im Interview.

Annika Sörenstam ist die neue Kapitänin des Teams Europe beim Solheim Cup 2017 in Des Moines, Iowa. Wir treffen sie bei der PGA Merchandies Show in Orlando. 2013 hielt sie dort die Eröffnungsrede der größten Golfmesse der Welt. Die einzige Frau, die bis dato bei einem offiziellen Turnier ein 59-er Runde gespielt hat und als Frau an einem Herrenturnier teilnahm. Die Schwedin lebt heute in Orlando (Florida) und betreibt dort eine Golfschule.

Golfwomen.deAnnika, wie fühlt man sich mit einer 59-er Runde in der Vita?

Annika Sörenstam (lächelt): Gut, ich bin sehr stolz darauf, aber ehrlich, ich denke nicht darüber nach. Meist seid es ihr Journalisten, die mich darauf ansprechen.

Golfwomen.deWas machen Sie heute, wie ist Ihr Golf?

Annika Sörenstam: Ach, für eine gute Runde reicht es immer noch. Ich spiele, weil es mir Spaß macht und ich verwende viel Energie auf die Nachwuchsförderung und meine Schüler. Außerdem habe ich zwei kleine Kinder, da bleibt nicht viel Zeit für Privatrunden.

Golfwomen.deNoch einmal zurück zu Ihrer aktiven Zeit. Sie spielten 2003 beim Kolonial in Fort Worth/Texas als Frau in einem PGAHerrenturnier.

Was denken Sie über Herrn Singh? (Anm. d. Red.: Golf-Profi Vijay Singh weigerte sich, das Turnier mitzuspielen, wenn eine Frau antritt).

Annika Sörenstam: Ich war sehr glücklich und geehrt, eine solche Einladung erhalten zu haben. Vijay Singh kannte ich damals und heute nur aus der Entfernung. Ich denke, er muss sein Spiel machen, so wie ich meines. Meines wurde sicherlich dadurch besser, dass ich mich mit Männern vergleichen konnte.

Golfwomen.deWie oft sind Sie in Ihrer Golfschule im Reunion Resort in Orlando?

Annika Sörenstam: im Winter deutlich mehr als im Sommer, dann bin ich auf Sponsoren-Terminen und in Sachen Charity unterwegs. Von Oktober bis März bin ich fast jede Woche in meiner Academy. Außerdem habe ich ein tolles Team, das nach meiner Methode unterrichtet.

Golfwomen.deWas kann man machen, um Golf für Frauen attraktiver machen?

Annika Sörenstam: Das ist sicherlich die wichtigste Frage, die uns alle beschäftigt. Es geht nicht nur um Frauengolf, sondern auch um den Nachwuchs. Nur wenn dieser zum Sport kommt, wird Golf wachsen. Wir brauchen eine familienfreundlichere Atmosphäre in den Clubs, um mehr Spaß am Sport zu haben. Wir sollten alle intensiv darüber nachdenken, wie Golf attraktiver wird.

 

Annika Sörenstam führt das Team Europe an

Annika Sörenstam mit dem Pokal des Solheim Cups
Annika Sörenstam mit dem Pokal des Solheim Cups

image002Annika Sörenstam, eine der erfolgreichsten Golferinnen in der Geschichte, wird Kapitänin des Teams Europa beim Solheim Cup 2017. Wenn Europas beste Golferinnen im US-Staat Iowa auf die US-Auswahl treffen, steht die erfahrene Golferin dem Team vor. „Ms. 59“ wird ihre Vize-Kapitäninnen für den Erdteilkampf im Des Moines Golf & Country Club selbst wählen. Diesen Beinamen trägt sie seit ihrer 59er-Runde, die sie als ein einzige Frau auf einer Turnierrunde erzielt hat. Annika holte in ihrer Karriere 89 Turniersiege, darunter zehn Major-Titel und 24 Punkte bei ihren Solheim Cup-Auftritten. Annika Sörenstam lebt und arbeitet in Orlando (Florida) und betreibt dort eine Golfschule. Die Schwedin war bereits 2015 beim Solheim Cup in St. Leon-Rot Vize-Kapitänin an der Seite von Carin Koch.

Zum zweiten Mal wurde Juli Inkster als Kapitänin des US-Teams bestätigt. Inkster pushte ihr Team zum Sieg 2015 in St.Leon-Rot, nachdem es eine Unstimmigkeit zwischen Suzann Pettersen (Norwegen) und Alison Lee (USA) über einen nicht geschenkten Putt gab. Lee hob den Ball auf, obwohl der Putt nicht geschenkt war und verlor somit das Match gegen Europa. Diesen Vorfall nahm Inkster zum Anlass ihr Team so zu motivieren, dass die Amerikanerinnen den Sieg letzter Minuten an sich rissen. An den ersten beiden Tagen hatte das Team Europa überlegen geführt, aber nicht uneinholbar. Unfassbar mussten die Zuschauer erleben, wie eine Partie nach der anderen zugunsten der USA beendete wurde. Mit dem entscheidende Punkt Vorsprung gewann die USA und brachte den Pokal zurück in die Staaten.

Der Solheim Cup 2017 findet vom 18.bis 20. August 2017 im Des Moines Golf & Country Club in West Des Moines, Iowa statt.

Die schönsten Momente des Solheim Cup 2015 in St. Leon-Rot zeigt das Video

 

Solheim Cup 2017: Solheimcupusa.com
Des Moines Golf and Country Club: www.dmgcc.org

Was bringt Fitness für Amateure im Golfsport ?

In Frankfurt fand am 6. und 7. Februar 2016 der Erste Golf-Fitness-Summet statt. Über 100 Experten diskutierten über die neuesten Trainingserkenntnisse aus sportwissenschaftlicher Perspektive.

Wandel bei den Amateurgolfern

Die üblichen Golfklischees stimmen schon lange nicht mehr. Der „Spaziergang mit Hindernissen“ ist mittlerweile längst zum Breitensport avanciert und mitunter günstiger zu haben, als ausgesuchte Fitness Clubs. Auch Karohosen und Knickerbocker sieht man eigentlich nur noch im Retro-Look. Aber an einer Frage scheiden sich nach wie vor die Geister, die schon fast philosophischer Natur ist: Ist Golf eher als ein Spiel oder doch als ein Sport zu verstehen?

Rory-McIlroy macht es vor: Ohne Fitness kein Golfschwung © nike
Rory-McIlroy macht es vor: Ohne Fitness kein Golfschwung © nike

Fitness wird groß geschrieben im Profigolf

Fakt ist, dass sich im Profisport zunehmend der athletische Typ durchsetzt. In den späten 1990ern revolutionierte Tiger Woods mit seiner einzigartigen Dynamik die Golfwelt. Seit dem zogen viele Profis nach. Mit Personal Coaches und ausgeklügelten Fitness-Plänen wurden die Drives länger. Im April 2015 zierte sogar ein Golfprofi das Cover der Men´s Health: Rory McIllroy hat sich vom einstigen eher „weichen“ Typ zum Vorzeige-Athleten gemausert. Mehrmals wöchentlich stemmt McIllroy dafür Gewichte. GolfWomen stellte in der Juli-Ausgabe 2015 das Fitness-Training des erfolgreichen Profispielers vor.

Rory McIlroy beim Hanteltraining © nike
Rory McIlroy beim Hanteltraining © nike

Doch inwieweit ist Landhanteltraining für den Golfschwung wirklich sinnvoll? Können auch im höheren Alter noch Muskeln aufgebaut werden? Wie wichtig sind Stabilität und Beweglichkeit für eine höhere Schwungpräzision? Diesen und weiteren Fragen widmete sich der Erste Golf-Fitness-Summit Anfang Februar in Frankfurt, organisiert von Fabian Bünker (Landestrainer GVNB e.V.) und Martin Zawieja (ehemaliger Gewichtheber und Olympia-Bronze-Medaillengewinner; Dozent an der Trainerakademie Köln).

Ansturm auf den Ersten Golf-Fitness-Summit

Der Summit war mit rund 150 Teilnehmern – trotz des Karneval-Wochenendes – ausverkauft. Golftrainer, Physio-Coaches, Sportwissenschaftler, Mediziner, Personaltrainer und Fitness-interessierte Amateure hörten aufmerksam den 15 Referenten zu. Bei den Vorträgen ging es um sämtliche Facetten des Golf-Fitness Bereiches: Kraft, Kognition, Koordination, Kondition, langfristiger Leistungsaufbau, Krafttraining mit Kindern, Leistungsdiagnostik, etc.

Ibearb-MG_2223
Martin Zawieja (li.) und Fabian Bünker (re.)

Getreu dem Motto: „The Future is now“ plädieren die Experten Bünker und Zawieja dafür, die Zusammenarbeit zwischen Golf- und Fitnesstrainern im Golf-Athletiktraining zu stärken. Denn wo die Arbeit am Schwung des Golfcoachs aufhört, fängt die Arbeit des Fitnesstrainers (oder in einigen Fällen auch Physiotherapeuten) an, wie Fabian Bünker zur Eröffnung des Golf-Fitness-Summits verkündete. Sinnvoll wäre, wenn jeder Golfer – ganz egal welcher Leistungsstärke – wüsste, welche Muskeln wofür zuständig sind und wie diese effektiv trainiert werden können. So muss es nicht immer ein Training mit Hanteln oder anderem Fitnessequipment sein. Simple Kräftigungs-, Koordinations- und Kraftübungen können und sollten sogar mittels einfacher Dinge wie z.B. einer Blackroll in den Alltag eingebaut werden.

Internationaler Touch mit dem Coach von Annika Sörenstam

Highlight des Wochenendes war unter anderem der Vortrag von Kai Fusser. Der gebürtige Deutsche ging vor 30 Jahren nach Orlando, um dort mit den weltbesten Spitzensportlern zusammen zu arbeiten. Er coachte keine Geringere, als Ausnahmegolferin Annika Sörenstam. Nachdem die damals Weltranglistenerste von November 2001 bis April 2002 intensiv mit Fusser zusammengearbeitet hat, wurden innerhalb von lediglich sechs Monaten ihre Drives um 20 Meter länger und sie gewann in der Folgesaison 2002 18 von 25 gespielten Turnieren. Fusser betont Sörenstams Trainingseifer. Talent gepaart mit dem Willen zur Perfektion. So trainierte Sörenstam Klimmzüge mit einem Zusatzgewicht von 25 Pfund, Kniebeugen mit einer Langhantel von 140 kg und Curls mit 23 kg. Die Botschaft von Fusser wurde deutlich: Fitness bringt einen technisch saubereren Bewegungsablauf, mehr Kraft, mehr Geschwindigkeit und Balance. „Man muss den Körper auf eine lange Fitness-Karriere vorbereiten“, so Fussers Credo.

L1130141
Annika Sörenstam im Interview auf der PGA Merchandise Show in Orlando, FL

Wichtig seien dabei die Prinzipien von Ladung und Entladung. Im Rückschwung des Golfschwungs lädt sich der Körper mit Spannung auf. Gleich einer Sprungfeder dreht sich der Golfer ein seinen Rückschwung rein und baut Energie auf, die es dann im Durchschwung bei Kraftübertragung auf den Ball zu entladen gilt. Diese Energieabgabe gleich eines Ballwurfs ist eine sehr gute Übung für den Golfschwung. Der perfekte Schwung ist der, den wir nicht spüren, da sich alles um das Zentrum unserer Achse verteilt.

Im Spitzensportbereich wird schon lange diskutiert, ob ein sportartspezifisches Training für eine effektivere Leistungssteigerung zwingend notwendig sei. Mit anderen Worten: müssen sich Golfspieler grundlegend anders fit halten, als beispielsweise Tennisspieler oder Weightboarder? Fussers Antwort ist klar: Nein! Seiner Meinung nach, wird sportartspezifisches Training überbewertet; man müsse einfach fit sein!

Der Golf-Fitness-Summit brachte auch klare Aussagen bezüglich des Krafttrainings und räumte mit ein paar Mythen auf: So sei – laut Christian Thomas (Trainerakademie Köln) – für Kinder das goldene Lernzeitalter 9-12 Jahre. Besonderer Fokus ist dabei auf die Qualität des Bewegungsablaufs zu legen. Erst, wenn ein Besenstil gleich einer  Langhantel technisch korrekt nah am Körper entlang geführt wird, darf das Gewicht erhöht werden. Und auch im hohen Alter ist Krafttraining zum Muskelaufbau sinnvoll. Es ist also nie zu spät noch was für seine Fitness zu tun!

Golfspezifische Übungen für Rory McIlroy © nike
Golfspezifische Übungen für Rory McIlroy © nike

Deutlich wurde auch die Relevanz der Signalverarbeitung im zentralen Nervensystem. Ein trainierter Geist kann den eigenen Körper besser ansteuern und neue Bewegungsmuster sauberer umsetzen und sich auch auf Veränderungen in der Umgebung schneller einstellen. Golfer sind während der Runde bedingt durch die Natur immer wieder unvorhersehbaren Veränderungen und Ablenkungen ausgesetzt: seien es Schattenspiele, Regenunterbrechung, starker Break-Putt, ungewöhnliche Geräuschkulisse, etc. Ein Sportler muss nicht nur fit sein, sondern sich auch schnell auf neue Spielsituationen einstellen können.

Wir haben also gelernt: egal, wie alt oder jung man ist: eine bessere Fitness dient immer der Leistungssteigerung. Der nächste Golf-Fitness-Summit wird erst in zwei Jahren ausgerichtet werden. Bis dahin kann im Bereich der Leistungsdiagnostik noch viel gemessen werden, um vielleicht DIE Methode zu finden, wie ein jeder noch schneller besser und athletischer werden kann. Deutlich wurde auch auf dem Summit, dass der Spaß nicht zu kurz kommen darf. Und Bewegung bringt Spaß – vielleicht findet man dann neben dem Golfplatz noch Zeit für ein wenig Zusatztraining, um dann noch mehr Spaß an tollen Schlägen auf dem Golfplatz zu haben.

Der 2. Golf- Fitness- Summit wird am 13./14. Januar 2018 wieder in Frankfurt stattfinden.
Weitere Informationen dazu gibt es unter

Unser Titelbild: © nike

Rory McIlroy beim Hanteltraining © nike
Rory McIlroy beim Hanteltraining © nike