Rückblick Rio 2016

(V.l.n.r.:) Lydia Ko aus Neuseeland, silver medalist, Inbee Park of South Korea, gold medalist and Shanshan Feng of China with the bronze medal pose with medals at the Rio 2016 Olympic Games at the Olympic Golf Course on August 20, 2016 in Rio de Janeiro, Brazil. (Photo by SWarren Little/Getty/IGF)
(V.l.n.r.:) Lydia Ko aus Neuseeland mit Silber-Medaille, Gold für Inbee Park aus Südkorea und Shanshan Feng aus China mit ihrer Bronze-Medaille. © SWarren Little/Getty/IGF)

Das war er also der August 2016 – vor allem dominiert durch die Olympischen Spiele in Rio. Golf wurde seit 112 wieder olympisch und die männlichen Topspieler zickten rum ob sie nun nach Rio fahren oder nicht. Beim oder nicht blieb doch tatsächlich die männliche Weltspitze mit JasonDay, Jordan Spieth, und noch einige andere mehr fern. Bei den Damen entschuldigte sich mit dem Hinweis auf den Zika-Virus nur Lee-Ann Pace aus Südafrika.

Also die komplette weibliche Weltelite im Damengolf war am Start und fast erwartungsgemäß kam es zu einem starken Showdown zwischen Lydia Ko und Shanshan Feng. Immer wieder für eine Überraschung gut ist die amerikanische Spielerin Gerina Miller, die hart an der Spitze mitkämpfte und sogar in den Medaillenrängen war. Doch leider musste sie sich am letzten Tag mit dem undankbaren vierten Platz zufrieden geben. Unbestritten und mit großen Vorsprung setzte sich Inbee Park an der Spitze durch.

Das ist sie also: Die Goldmedaille im Golfsport:

Über den tollen Platz von Caro Mason und Sandra Gal haben wir uns ja schon ausgiebig gefreut. Ob das nun viele Deutsche vom Golfsport begeistern wird, bleibt sicherlich dahin gestellt. Aber Martin Kaymer hat auf alle Fälle für Golf bei Olympischen Spielen eine Lanze gebrochen. Der Profispieler aus Mettmann war das Olympia-Aushängeschild überhaupt. Er war und ist vom Olympischen Dorf vollkommen begeistert, wie er schon zu Anfang in einem Interview bekannt gab. Für ihn sind die Olympischen Spiele Golf „back to the roots“. Also Golfen um des Golfens Willen. Dass dabei die Unterkünfte nicht immer optimal sind, übersieht er geflissentlich. Im Interview sagt er dazu: “ Es ist alles da, manchmal sogar warmes Wasser.“ Nicht ganz so optimal sieht Gold-Medaillengewinner Florian Hambüchen die Unterbringung, er beklagte sich massiv über die hygienischen Umstände.
Ein Bild seiner Unterkünfte zeigt Bubba Watson auf seinem Instagram-Account:

Going to miss this place #TeamUSA

Ein von Bubba Watson (@bubbawatson) gepostetes Foto am


Bubba Watson zeigt uns auch, wie es im Verpflegungszelt zuging:

Village mates @sam_dorman1 & @davidboudia & @RickieFowler #TeamUSA

Ein von Bubba Watson (@bubbawatson) gepostetes Foto am

Dies tat der Begeisterung von Martin Kaymer keinen Abbruch und sein Facebook-Seite ist wie eine Werbebroschüre für die Olympischen Spiele. Voll mit Bildern und Emotionen, wie gut es ihm dort gefallen hat. Eine ganz neue Seite, die wir an dem sonst so (sch)nüchternen Martin Kaymer kennenlernen.


Aber auch die Frauen waren begeistert von der Gemeinschaft der Sportler, wie uns Anna Nordqvist mit ihrer Sammlung von Pins zeigt:

Mehr Infos:
Ergebnisliste Herren
Ergebnisliste Damen

Rio 2016: Gold für Park, Gal und Masson im Mittelfeld

Rio 2016
Rio 2016
Ihr folgten die Fans am Finaltag: Inbee Park © Tristan Jones/IGF

Mit dem letzten Putt von Inbee Park sind die Olympischen Spiele in Rio 2016 beendet. Inbee Park aus Korea gewinnt Gold mit 268 Schlägen vor Lydia Ko (Silber) aus Neuseeland mit 273 Schlägen und der Chinesin Shanshan Feng mit 273 Schlägen (Bronze).

Caro Masson beendet das Turnier auf dem geteilten 21. Platz, Sandra Gal auf dem geteilten 25. Platz. Caroline Masson spielt in der vierten Runde der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro eine 69. Mit insgesamt zwei unter Par (282 Schläge) beendet die 27-Jährige das Turnier auf Position 21. Sandra Gal schließt die olympische Woche ebenfalls mit einer 69er-Runde ab. Ein Gesamtergebnis von eins unter Par (283) bedeutet Platz 25.

Der DGV führte die nachfolgenden Interviews mit Caro Masson, Sandra Gal und Stephan Morales:

Caro Masson am 2. Tag
Caro Masson am 2. Tag © Stan Badz/PGA TOUR/IGF

Caroline Masson:

„Ich bin ein bisschen zwiegespalten, aber insgesamt ist das Fazit ganz positiv. Es war sehr anspruchsvoll, gerade mit dem Wind. Ich denke, es war ein super Anfang für Golf bei den Olympischen Spielen und es war ganz toll dabei gewesen zu sein. Es war eine riesen Erfahrung im olympischen Dorf zu wohnen, die anderen Athleten zu treffen und sich mit Ihnen auszutauschen. Alles in allem eine fast überwältigende Erfahrung. Es wird noch ein paar Tage dauern bis es gesackt ist. Auch wenn es sportlich nicht so lief wie ich mir das erhofft habe, muss man diese Erfahrung mitnehmen und hoffen, dass man in vier Jahren in Tokio nochmal dabei ist.“

Sandra Gal:

„Insgesamt bin ich schon zufrieden mit den letzten beiden Tagen. Ich hatte heute Morgen das Ziel, dass ich unter Par finishe und das hat ganz gut geklappt. Es wäre natürlich viel mehr drin gewesen. Zum einen hatte ich die Verletzung am zweiten Tag und zum anderen war vieles neu für uns in dieser Woche. Es sind so viele neue Eindrücke entstanden, das kann man schwer in Worte fassen. Ich habe versucht, mich auf Golf zu konzentrieren und nicht viele andere Sportarten zu schauen, obwohl man es möchte. Insgesamt glaube ich, dass Golf aber einen guten Eindruck hinterlassen hat und das es ein toller Erfolg war.“

Rio 2016
Sandra Gal am dritten Abschlag am dritten Tag. © Tristan Jones/IGF

Damen-Bundestrainer Stephan Morales:

„Die beiden haben nicht enttäuscht. Sie haben ein ordentliches Turnier gespielt, auch wenn natürlich Kleinigkeiten hätten besser laufen können. Für die ersten Olympischen Spiele haben wir einen ordentlichen Start hingelegt und wir nehmen alle etwas aus diesem Turnier mit raus. Es war eine tolle Woche und eine tolle Erfahrung.“

 

Rio 2016: Dritte Runde der Damen

Rio 2016
Rio 2016
Am 3. Tag waren schon deutlich mehr Zuschauer auf dem Platz. Hier folgt die Menge dem letzten Flight an Bahn 15. © Tristan Jones/IGF

Hatten die Herren bei ihrem Olympia-Debut noch Pech mit Regen ist bei den Damen ein Tag schöner als der andere. Zumindest die frühen Startzeiten genossen den Platz ohne jegliche Windbeeinträchtigung. Am Nachmittag dann ändert sich der Platz jeden Tag durch die Böen vom Atlantik her.

Das Wichtigste oder Kurioseste vorab: Auch die Damen haben zweimal ein  Hole-in-One geschossen. Auf der Spielbahn 8 überwand die Chinesin Xiyu Lin mit einem Schlag die 117 Meter Distanz mit einem Schlag. Kurze Zeit später gelang auch Lydia Ko, der Weltranglisten-Erste dieser Traumschlag. Ein As ist natürlich immer eine Kombination aus einem guten Abschlag und sehr viel Glück. Bei den Herren war es vor einer Woche der spätere Olympiasieger Justin Rose der das erste Hole-in-One der neueren Golf-Zeitrechnung erzielte.

Inbee Park startet als Favoritin am 3. Tag. © Tristan Jones/IGF
Inbee Park startet als Favoritin am 3. Tag. © Tristan Jones/IGF

Vorneweg marschiert die Koreanerin Inbee Park mit -11. Hinter ihr bewerben sich drei Spielerinnen um Silber und Bronze: Lydia Ko (AUS), Gerina Piller (USA) und Charley Hull (GB).

Gerina Piller an Bahn 16 am 3. Tag. © Tristan Jones/IGF
Gerina Piller an Bahn 16 am 3. Tag. © Tristan Jones/IGF
Charley Hull aus England. © Tristan Jones/IGF
Charley Hull aus England. © Tristan Jones/IGF

 

Masson: Es war sehr, sehr windig

Caro Masson legte auf der 1 mit eine Birdie los, spielte dann Par und leider wieder ein Bogey auf der ungeliebten 3. Par auf der 4 und Birdie auf der 5. Dann leider vier Bogeys auf den zweiten Neun bei deutlich mehr Wind und ein Birdie auf der 15. Am Ende Even Par und der geteilte 23. Platz. Leider hat Caro auf den Löchern die sie gestern Birdie gespielt hat, drei Schläge verloren: Platz 24. Caroline Masson: „Es war sehr, sehr windig. Ich hab die ersten Neun eigentlich ganz solide gespielt, dann ein bisschen Pech gehabt an der 10 und zwei Bogeys hinterher gemacht. Man muss halt ab und zu  einen Putt lochen. Wenn ich mal die Grüns verfehlt habe, habe ich mir eigentlich gute Chancen zum Par gegeben, aber leider keinen reingemacht. Aber dann ist es bei so Bedingungen einfach super schwierig. Es war die ganze Woche nichts zu verlieren und morgen erst recht nicht. Ich werde rausgehen und das Ziel haben eine ganz, ganz tiefe Runde zu spielen. “

Sandra Gal verbesserte sich auf den ersten Neun um sechs Plätze und kletterte auf -2. Vier Birdies standen zwei Bogeys gegenüber. Eine erneute Mischung aus Birdies und Bogeys dann auf der zweiten Neun: +1 und T 26. Sandra Gal: „Ich habe von der Strategie nichts anders gemacht, als an den Tagen zuvor, ich habe einfach mehr Putts gelocht.“

Caroline Masson (l.) und Sandra Gal (r.) vor dem olympischen Damengolf-Turnier (Foto: DGV)
Caroline Masson (l.) und Sandra Gal (r.) vor dem olympischen Damengolf-Turnier (Foto: DGV)

Am heutigen Sclusstag starten Caro Masson und Sandra Gal gemeinsam mit der Irin Stephanie Meadow und 12.16 Uhr deutscher Zeit.

Rio 2016: Zweite Runde der Damen

Ein weiterer strahlender „Wintertag“ in Rio bei bis zu 30 Grad. Die äußeren Bedingungen können also nicht daran Schuld sein, wenn die Ergebnisse zu wünschen übrig lassen. Gestartet wird heute in entgegengesetzter Reihenfolge. Das heißt, die Spielerinnen, die gestern früh aufstehen mussten, starten heute später  und umgekehrt.

Sandra Gal war eine der frühen Spielerinnen und gemeinsam mit Carlota Ciganda aus Spanien. Die traf es auf den ersten beiden Löchern hat. Die Spanierin spielt auf der Eins ein Bogey und auf der Zwei sogar Doppelpar. Plus 1 und zwischenzeitlich 31 verlorene Plätze waren die Quittung. Sandra Gal dagegen mit Kinesio-Tapes am rechten Bein spielte die ersten zwei Löcher „in regulation“: Alles Par. Auf der 3 dann eine drei: Birdie. Loch wieder in Birdie und Sandra Gal schloss zu Caro Masson auf: -2, geteilter 11. Platz.

Masson
Caro Masson auf dem 18. Grün ist am zweiten Tag durchaus zufrieden mit ihrer Runde. Photo: Stan Badz/PGA TOUR/IGF

Caro Masson sieben Schläge vor Gal

Caro Masson eröffnete zurückhaltend. Selbst ein Drive in den Bunker der 1 brachte sie nicht aus dem Takt. Massons Start mit Par, Bogey, Par brachte ihr vorübergehend den geteilten 17. Platz ein. Auf dem selben Platz rangierte Sandra Gal, die über eine Stunde vor der Gladbeckerin gestartet war. Auf den zweiten Neun dann handelte sich Gal weitere Bogies ein. +3, T 43. ein Verlust von 17 Plätzen gegenüber dem Vortag. Sandra Gal: „Ich hatte eigentlich einen sehr guten Anfang. Nach dem Drive an Bahn 2 hatte ich dann Probleme mit dem Nacken. Hinzu kam, dass ich Konzentrationsprobleme hatte und beides zusammen hat mich heute rausgeworfen. Das tut halt weh.“

Caro spielte solide und geduldig weiter, wartete auf ihre Chancen. Sie erarbeitete eich an der 5 und an der 9 je ein Birdie: -3, T 13. Birdie auf 11: -4, T11. Kleiner Dämpfer durch Bogey an der 12. Dann ging es für Caro leider in die verkehrte Richtung: Doppelbogey auf der 13. Erholung dann auf der 14 (Par) und vor allem 15. Das Birdie war Balsam für die geschundene Seele. Weitere zwei Birdies folgten auf 17 und 18: -4, T 17.Caroline Masson: „Es war eine ganz andere zwei unter als gestern. Gestern war es super solide. Heute habe ich mir nach einem schlechten Drive ein Doppelbogey eingefangen und dann sieht die Runde schon mal ganz anders aus. Ich bin aber super happy, dass ich das noch umdrehen und drei Birdies auf den letzten Löchern machen konnte. Wir haben von Anfang an gesagt, dass es wichtig ist geduldig zu bleiben und ich bin froh, dass ich das heute geschafft habe. Insofern kann ich viel mitnehmen von der Runde.“

Rio 2016
Der letzte Putt für diesen Tag Caro Masson auf Grün 18. Photo: Stan Badz/PGA TOUR/IGF

Windstille am Morgen

Die Weltelite der Damen ließ sich an diesem Morgen nicht mit guten Ergebnissen lumpen. Windstille und ruhiges Wetter luden dazu ein. Erst am Nachmittag kommen am Atlantik immer Winde auf. Da hieß es am Morgen, die Gunst der frühen Stunde zu nutzen. Am Nachmittag wurde der Wind dann tatsächlich stärker und das tat den Ergebnissen nicht gut.

Die in Führung liegende stämmige Thailändern Ariya Jutanugarn fackelte an der 1, einem Par 5, nicht lang, drosch ihr Dreierholz mit dem zweiten Schlag aufs Grün und visierte das Eagle an. Am Ende wurde das erste Birdie und sieben unter. Ein Bogey folgte auf der 2, so dass sie mit minus sechs die Führung teilen mußte. Der erste grobe Patzer für Jutanugarn dann auf der 5. Ein Wasserball, Strafschlag und am Ende Schlagverlust.

Die Inderin Aditi Ashok spielte auf den ersten Neun groß auf. Drei Birdies auf 1, 4 und 9 brachten sie auf den geteilten ersten Platz. Ebenso die Taiwanesin Teresa Lu: fünf Birdies auf den ersten neun Löchern und minus sechs. Am Ende des zweiten Tages spielten Ashok und Teresa Lu an der Spitze keine Rolle mehr.

Nach 36 Löcher war die Norwegerin Marianne Skarpnord die Führende im Clubhaus: -7. Stacey Lewis aus den USA schloss früh zur Spitze auf und zog nach sechs Birdies und einem Doppelbogey auf den zweiten Neun als Führende im Clubhaus: -9! Nur Inbee Park aus Südkorea setzte mit -10 noch eins drauf: 1. Platz.

 

Vorfreude der Damen auf den olympischen Platz

Rio 2016
Rio 2016
Vor dem Clubhaus sind die Bags aufgereiht: Die besten Damen weltweit schlagen ab. Photo by Stan Badz/PGA TOUR/IGF

Nach den Herren mit Martin Kaymer und Alex Cejka sind nun die Damen dran auf dem eigens für die Olympischen Spiele erbauten Olympic Golf Course in Barra da Tijuca. 5.711 Meter misst der Par 71 Platz für die Damen. Der olympische Golfplatz liegt direkt am Atlantischen Ozean knapp 30 Kilometer südwestlich vom Kern Rio de Janeiros entfernt. Barra, wie der Ortsteil oft auch abgekürzt wird, beheimatet darüber hinaus auch das Olympische und Paralympische Dorf sowie 23 olympische und 13 paralympische Disziplinen.

Die Farben Deutschlands vertreten Sandra Gal und Caroline Masson. 60 Spielerinnen werden den Fußstapfen von Margaret Abbott aus den USA folgen, die 1900 Gold gewonnen hat. Golf war nur 1900 und 1904 olympisch, wobei der Damenwettbewerb 1904 durch einen Mannschaftsbewerb ersetzt wurde. Es geht also um die nächste Medaille für die Damen seit 1900.

Starten morgens als Erste: die Greenskeeper. Photo by Tristan Jones/IGF
Starten morgens als Erste: die Greenskeeper. Photo by Tristan Jones/IGF

Im Vorfeld sprach der DGV mit unseren beiden Spielerinnen Sandra Gal und Caro Masson:

Sandra Gal ist vom guten Zustand des Platzes bei Rio 2016 überrascht

Dazu die Spielerin:  „Ich bin überrascht in welch gutem Zustand der Platz ist, obwohl er ja ganz neu ist. Ich finde ihn sehr anspruchsvoll, auch wenn es ein paar Löcher zum Durchatmen gibt. Die ersten neun spielen sich etwas einfacher als die zweiten. Insgesamt wird viel im kurzen Spiel entschieden und der Wind könnte ein Faktor sein. Aber es ist fair, da jeder einmal früh und einmal spät startet und selbst die späten Startzeiten sind noch relativ früh am Tag.“

Genauigkeit ist angesagt. Photo by Tristan Jones/IGF
Genauigkeit ist angesagt. Photo by Tristan Jones/IGF

Caro Masson konzentriert sich auf die Grüns

Für Caro Masson wird jeder Schlag entscheidend sein, trotzdem wird sie dem Anspielen der Grüns ein besonders Augenmerk widmen.  „Ich finde den Platz super, er ist anspruchsvoll und interessant. Man versteht den Platz etwas besser, wenn man ihn gespielt hat. Ich denke jeder Schlag kann entscheidend sein. Man wird schnell bestraft für nicht so gute Schläge. Und man muss sehr auf den Wind achten. Man darf nicht an den falschen Stellen die Grüns verpassen. Dann muss man die richtige Entscheidung treffen, denn rund um die Grüns sind viele Varianten möglich.“ so die Nummer 87 auf der Weltrangliste.

Der Greenkeeper misst die Stimpt Meter. Photo by Tristan Jones/IGF
Der Greenkeeper misst die Stimpt Meter. Photo by Tristan Jones/IGF

Auch die Damen fürchten den Wind

Schon beim Herrenturnier spielte der Wind eine entscheidende Rolle. Dazu Damen-Bundestrainer Stephan Morales:
„Wie schwer sich der Platz spielt, ist extrem windabhängig. Aber auch die Flaggenpositionen sind entscheidend. Es gibt ein paar Stellen auf dem Grün, da kann man die Spielerinnen schon ärgern. Ich kann mir vorstellen, dass eine sehr gute Runde von -5 möglich ist. Aber auch mit einem Ergebnis leicht unter Par bringt man sich gut in Position.“

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Die brasilianische Spielerin Victoria Lovely mit ihrem Ehemann Jacob. (Photo by Tristan Jones/IGF). Ihre Mitstreiterin ist Miriam Nagl, die in Brasilien geboren ist und deshalb für Brasilien antritt.

Die Startzeiten für die Damen teilt der DGV wie folgt mit:
1. Runde:
8:03 Uhr (13:03 deutscher Zeit): Caroline Masson (GER), Pornanong Phatlum (THA), Guilia Molinari (ITA)
10:36 Uhr (15:36 deutscher Zeit): Sandra Gal (GER), Ami Yang (KOR), Minjee Lee (AUS)
2. Runde:
08:41 Uhr (13:41 deutscher Zeit): Sandra Gal (GER), Ami Yang (KOR), Minjee Lee (AUS)
10:03 Uhr (15:03 deutscher Zeit): Caroline Masson (GER), Pornanong Phatlum (THA), Guilia Molinari (ITA)

 

Golf in Rio: Rückblick erster Tag

Der Brasilianer Adilson da Silva eröffnete um 7:30 Uhr Ortszeit das olympische Golfturnier (Foto: IGF Golf)
Der Brasilianer Adilson da Silva eröffnete um 7:30 Uhr Ortszeit das olympische Golfturnier (Foto: IGF Golf)

Die erste Golfrunde nach 112 Jahren Olympia-Abstinenz ist vorbei. Zum Auftakt schlug der Brasilianer Adilson da Silva den ersten Ball. Für Deutschland teen Alex Cejka und Martin Kaymer auf. Vor allem Martin Kaymer ist von den Olympischen Spielen und der Sportlergemeinschaft im Olympischen Dorf vollkommen begeistert. Für ihn ist das Golfspielen bei Olympia ein „Back to the roots“ wie er in einem Interview sagte. Es bleibt zu hoffen, dass sich seine Begeisterung auch auf sein Spiel überträgt.

Kaymer und Cejka nach den ersten 18 Löchern

Martin Kaymer: „Ich bin zufrieden, weil ich wirklich gut gespielt habe. Gerade die ersten 14 Löcher. An der 15 war es ein bisschen Pech, weil der Wind plötzlich aufgehört hat und dann lag ich mit einem 9er Eisen 20 Meter vor dem Grün, was sonst selten passiert. Aber das muss man dann einfach akzeptieren. An der 16 war es etwas schade, weil ich den Abschlag nicht dahin bekommen habe, wo ich ihn hin habe wollte und dann ein Bogey gespielt habe. Es war schwierig, die Bälle nah an die Fahne zu spielen und Putts zu machen, weil wir teilweise mit dem Wind putten mussten, was wir sonst nur von den British Open kennen. Aber ich habe viele gute Schläge gemacht und es war eine sehr solide Runde, für die erste Runde bei Olympia.“ Alex Cejka: „Ich bin sehr zufrieden. Es war heute schwer mit dem Wind. Ich habe heute gute Schläge gemacht und gerade das Finish mit Birdies 16, 17 und 18 war schon ein Bonus. Ich habe aggressiv gespielt, aber man muss natürlich wenn es 20 Kilometer pro Stunde bläst, ab und zu auch mit Köpfchen spielen. Aber ich glaube das Kurs-Management war sehr gut und ich bin sehr zufrieden. Es waren relativ viele Leute hier, das habe ich gar nicht so erwartet. Gerade auch das andere Athleten draußen waren, hat mich sehr gefreut.“

Livestream des ZDF

Ganze 112 Jahre kein Golf bei Olympia und dann gleich mit dem Sendungs-Einstieg in den Tag eine Schalte nach Barra da Tijuca. ZDF-Reporter Matthias Cammann fiel den Golffans durch seine detaillierten Erklärungen nicht auf die Nerven. Sie sind aber notwendig, weil bei Olympia zwangsläufig TV-Sportler zusehen, die sich mit Golf nicht bis kaum auskennen. Wahrlich: Ein gelungener Spagat. Die ZDF-Kollegen allerdings räumten in Folge anderen Randsportarten wie Badminton mehr Raum ein als Golf. Aber pfiffige Golfer können auf den exzellenten Live-Stream auf rio.zdf.de ausweichen und der Golfübertragung in voller Länge live am PC folgen.

Der Morgen am 1. Turniertag war zwar mit 19 Grad etwas kühl, aber windstill. Martin Kaymer, der zusammen mit US-Boy Bubba Watson und dem Inder Anirban Lahiri am Start war, schlug um 9.28 Uhr ab und bekam schon mehr der wärmenden Wintersonne von Rio mit. Sein Spiel erwärmte sich jedenfalls schnell. Kaymer begann mit Birdie, Bogey Birdie, Birdie. Kaymer verschlechterte sich schlußendlich auf zwei unter (11. Platz) und schuf sich damit immer noch eine ordentliche Startposition für Tag 2. Auch der zweite deutsche Olympiateilnehmer, Alex Cejka, ließ auch auf den schwereren zweiten Neun Federn und kam am Ende dennoch auf dn hervorragenden 3. Platz (-4).

Windspiele am Südatlantik

Allerdings kam im Laufe des Vormittags der Wind stärker auf, ein Umstand, der schon bei der Proberunde von den beiden deutschen Olympiastartern als problematisch eingestuft wurde. Der neue Platz aus der Designfeder des US-Amerikaners Gil Hanse besitzt kaum Büsche oder Bäume und ist als Insel im Südatlantik dem Wind vollkommen ausgeliefert. Als Alex Cejka am mittleren Vormittag dann auf die Runde ging, erwies sich der Wind als unberechenbar. Auffrischende Böen und völlige Windstille wechselten sich ab. Gegen Mittag dann erreichte der Wind Geschwindigkeiten über 40 Stundenkilometer.

Im Vergleich zu anderen internationalen Golf-Großereignissen war der Besuch der olympischen Golfwettbewerbe am ersten Tag eher mäßig, obwohl die Veranstalter „ausverkauft“ gemeldet haben. Zieht man Betreuer und Offizielle ab, bleiben einige tausend Golffans, die die Flights über die Spielbahnen begleiteten. Entsprechend dünn war dann auch der Beifall. Eine echte Stimmung, wie sie speziell von der Insel und den USA bekannt ist, kam nie auf.

Erstes Hole-in-One der Olympiageschichte

Etwas lauter wurde es, als der Engländer Justin Rose an der 4 ein Hole-in-One erzielte. Nachdem von den olympischen Golfturnieren in den Jahren 1900 und 1904 wenig Aufzeichnungen gibt, wird es mit großer Wahrscheinlichkeit das erste Ass der olympischen Geschichte sein.

Die „Ureinwohner“ der Insel waren darüber allerdings alles andere als unglücklich. Wasserschweine, Schlangen, Vögel und Kaimane trollten sich zwar vor den Menschen, ließen sich abseits der Spielbahnen aber nicht aus ihrem gewohnten Lebensraum vergrämen.

Am Ende der ersten Golfrunde auf olympischem Geläuf lag der Australier Marcus Fraser (-8) in Front. Dahinter der frisch rasierte ehemalige Rauschebartträger Graeme Delaet (-5) aus Kanada und der coole Schwede Henrik Stenson (-5).

Golf bei den Olympischen Spielen: noch 50 Tage to go

Nach 112 Jahren wird Golf wieder olympisch. In Rio werden die Damen und Herren bei der Spielen abschlagen. Während sich Sandra Gal und einige Spielerinnen schon auf die Olympischen Spiele in Rio freuen, sieht es bei den Herren düster aus. Sie befürchten, mit dem Zika-Virus infiziert zu werden und somit eine Gefahr für ihre Frauen und die Familienplanung zu werden. Nach einer Pressemitteilung des Bundesministeriums für Gesundheit vom 12. Mai 2016 wird als gesichert angesehen, dass ein Zusammenhang zwischen einer Zita-Infektion in der Schwangerschaft und Fehlbildungen bei Ungeboren besteht. Das Auswärtige Amt rät Schwangeren und Frauen, die planen, schwanger zu werden, von vermeidbaren Reisen in die Risikogebiete ab und stellt ein Merkblatt zur Zika-Virus-Infektion (PDF, 250 KB) bereit. Auch für männliche Reisende bestehen Empfehlungen, wie sie sich nach der Rückkehr verhalten sollen.

Das Robert Koch-Institut teilt die Einschätzung der US-amerikanischen Behörde CDC (Centers for Disease Control), dass der Zusammenhang zwischen einer ZIKV-Infektion in der Schwangerschaft und Fehlbildungen bei Ungeborenen nunmehr als gesichert angenommen werden kann. Fraglich bleibt aber, wie groß das individuelle Risiko ist. Mehr Informationen zu den Gefahren für Ungeborene, den bekannten Risikogruppen, den Symptomen, den Folgen oder auch zu den Übertragungswegen finden Sie auf der Seite „Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ): Zikavirus-Infektionen“ des Robert Koch-Instituts.

Das Auswärtige Amt rät Schwangeren und Frauen, die planen, schwanger zu werden, daher von vermeidbaren Reisen in die Risikogebiete ab. Darüber hinaus wird Schwangeren und Frauen die schwanger werden könnten aus Vorsorgegründen geraten, bei Sexualkontakten mit männlichen Reiserückkehrern aus Ausbruchsgebieten für die Dauer von sechs Monaten Kondome zu gebrauchen. In Abhängigkeit ihres persönlichen Risikoprofils bei Reisen in Ausbruchsgebiete sollten männliche Reiserückkehrer erwägen, zum Schutz von Sexualpartnern für dieselbe Dauer geschützten Geschlechtsverkehr zu praktizieren. Auf seiner Internetseite bietet das Robert Koch-Institut eine Einschätzung der Situation. Auch das Auswärtige Amt stellt ein  bereit.

 

Viele Topspieler haben ihre Teilnahme abgesagt, prominentester Verweigerer ist seit letzter Woche Jason Day. Begonnen hat die Stornowelle, nach Brasilien zu reisen mit Adam Scott, Charl Schwartzel, Louis Oosthuizen, Rory McIlrory, Graeme McDowell, Marc Leishman, Brandon Grace und Vijay Singh.

Die Gefährdung durch den Zika-Virus ist zu groß

Jason Day, Rory McIlroy und Graeme McDowell haben den Zika-Virus als Grund angegeben.  Jason Day ist mitten in der Familienplanung und Rory McIlroy will demnächst in einem Schloß in Irland heiraten, wie im Juni bekannt wurde.. Die Frau von Graeme McDowell ist schwanger und wird im September entbinden. Mehr als nur verständlich, dass diese Spieler Rio und die Infektionsgebiete des Zika-Virus meiden.

Auch Marc Leishman, dessen Frau Audrey sich noch in ärztlicher Behandlung findet nach einem allergischen Schock in 2015, verzichtet auf die Gefährdung als Virusträger nach Hause zu kommen. Er hat sich dazu mit den Ärzten seiner Frau besprochen. Anfang Juli hat auch Jordan Spieth seine Teilnahme an den olympischen Spielen abgesagt.

Andere können es kaum erwarten

Aber es gibt auch begeisterte Zusagen von den Herren. In der Reihenfolge der Olympia-Rangliste:

Hendrik Stenson

Henrik Stenson  aus Schweden, momentan auf Platz 3 des  Olympia-Rankings ist gespannt auf die Spiele und glaubt, dass es eine Riesenerfahrung sein wird. Er hofft auf einen Medaillen-Gewinn für sich selbst, seine Familie und das ganze Land Schweden.

Bubba Watson

Er steht auf Platz 4 des Olympia-Ranking und kann es gar nicht mehr abwarten und freut sich riesig abwarten, als Sportler ein Teil der großen Olympia-Familie zu sein. Seine Frau Angie Ball, ein Basketballerin nahm 2000 für Kanada an den Olympischen Spielen teil. Also Bubba hat zu Hause schon genügend über die Faszination Olympia gehört. Bubba fürchtet auch eine eventuelle Infektion mit dem Zira-Virus nicht, da Angie Ball keine Kinder bekommen kann. Sie haben ihre beiden Kinder, den Sohn Caleb in 2013 und Tochter Dakota in 2014 adoptiert.

Justin Rose

Der Engländer, momentan auf Rank 7 des Olympia-Rankings  sieht die Olympischen Spiele als einmalige Chance in seinem Leben. Er wird an der Eröffnungsfeier teilnehmen und sich als Teil des großen britischen Teams fühlen.

Sergio Garcia

Der Spanier auf dem 8. Platz des Olympia-Rankings freut sich jetzt schon auf die Eröffnungszeremonie gemeinsam mit dem spanischen Team. Er freut sich auch auf den Kontakt mit den Sportlern auch vielen anderen Sportarten, er selbst will sich Leichtathletik und Tennis ansehen. Er wird die Atmosphäre im Olympischen Dorf genießen und die besten Athleten aus den anderen Sportarten treffen.

Martin Kaymer

Momentan auf Platz 19 des  Olympia-Rankings freut sich der Mettmanner auf die Spiele. Für ihn sind die Olympischen Spiele bedeutender und wichtiger als ein Major. Während es vier Majors jedes Jahr gibt, gibt es nur eine Chance bei den Olympischen Spielen alle vier Jahre. Er wird das Turnier in Rio ebenso wichtig nehmen wie ein Major, aber er glaubt, dass in Rio mehr Emotionen am Abschlag sind. Verwundert zeigte sich Martin Kaymer in einem Interview mit Golf.com im Mai 2016, als bekannt wurden, dass einige Spieler ihre Teilnahme in Rio abgesagt haben. Zwar verwundert ihn dies und er fragt sich, warum die Kollegen nicht antreten. Aber er werde auf keinen Fall auf seine Chance in Rio verzichten.

 

Martin Kaymer bei den BMW International Open 2015
Martin Kaymer bei den BMW International Open 2015 © BMW Golfsport

Titelbild:
Martin Kaymer bei der BMW International Open 2015 in München
© BMW Golfsport

 

Stand des Olympia-Rankings am 3.Juli 2016
Quelle: Golf.com