Warten auf die Golfer

Zecken

Eine  Golfrunde in diesem Sommer kann unangenehme Folgen haben: An Büschen, Gräsern und im Rough lauert der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), im Volksmund als Zecken bekannt. Doch nicht nur auf den Golfplätzen, sondern auch in den Gärten tummeln sich die unliebsamen Spinnentiere zu Hauf. 

Sie warten auf ihren nächsten Wirt, der sie beim Vorbeigehen abstreift und mitnimmt. Auf der menschlichen Haut angekommen, sucht das Krabbeltier bevorzugt eine weiche Stelle, wie zum Beispiel Kniekehle oder Armbeuge und sticht zu.  Das Tier beginnt das Blut des Wirtes zu saugen bis es fast platzt. Dann lassen die Greifwerkzeuge los und die Zecke zieht sich – randvoll mit Blut – zurück.

Mit dem Ansaugen gerät der Speichel des Parasiten in den Blutkreislauf des Menschen. Und dieser Speichel hat es in sich, denn der Gemeine Holzbock ist Hauptüberträger der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), einer viralen Hirnhautentzündung, die tödlich enden kann. Auch die Borreliose wird von dieser Zeckenart übertragen. Während es für die FSME keine Heilung, aber eine vorbeugende Impfung gibt, gibt es für die Borreliose keinen Impfstoff, dafür aber eine Behandlungsmöglichkeit mit Antibiotika.

2018 ist ein Zeckenjahr

„In diesem Jahr ist das Risiko insgesamt besonders hoch“, ist sich Privatdozent Dr. Gerhard Dobler sicher. „Wir werden die höchste Zahl an Zecken in den letzten zehn Jahren haben.“ Seit 2009 erforscht der DZIF-Wissenschaftler mit seinem Team am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr die Ausbreitung und Aktivität des FSME-Virus in Deutschland. 

Zecken
Noch ist sie klein und kaum sichtbar: Eine Zecke. © Pixabay.com

Mehr Zecken bedeutet immer auch ein erhöhtes Risiko zu erkranken. Borreliose kann deutschlandweit von Zecken übertragen werden und ist in etwa jeder vierten Zecke zu finden – unabhängig von der Region. Hier hilft zur Vorbeugung nur Wachsamkeit nach Waldspaziergängen und Aufenthalten im Freien. Das Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt ebenfalls eine möglichst schnelle Entfernung der Zecke. Nach einer Saugzeit von mehr als 12 Stunden steige das Infektionsrisiko erheblich, so das RKI.

Um der Gefahr einer Hirnhautentzündung vorzubeugen, kann und sollte man sich impfen lassen, so der Appell der Wissenschaftler. Insbesondere im süddeutschen Raum, wo die Dichte an Viren-infizierten Zecken höher ist.

Die beste Art, sich vor beiden Krankheiten zu schützen, ist die Vermeidung der Zecken

Auf den Golfrunden  oder Wanderungen durch Wiesen sollte helle Kleidung getragen werden, damit man das krabbelnde Tier gleich sieht. Auch wenn es heiß ist, am besten wäre es lange Hosen zu tragen. Und wenn schon Shorts oder Skorts, sollte gut überlegt werden, ob man einen Golfball in kniehohen Rough suchen muss. Vermutlich bleibt die Ballsuche ohne Erfolg, die Gefahr, einen unliebsamen Gast zu erwerben ist allerdings sehr hoch.

Auf alle Fälle sollten nach der Golfrunde die Beine mit den Händen abgestreift werden. Auch die Arme sollten nicht vergessen werden. Und wenn es irgendwo zwickt oder krabbelt, sofort nachsehen.

 

Mehr über Zecken und eine aktuelle Karte der FSME-Risikogebiete in Deutschland findet ihr auf zecken.de

Achtung: Zecken

Zecken

Zecken-Warndreieck

Bei milden Frühlingstemperaturen werden nicht nur Golfer zunehmend aktiv – auch Zecken erwachen zu neuem Leben. Menschen, die ihrem Sport im Freien nachgehen – wie Reiter, Golfer oder Radfahrer – kommen oft unbemerkt mit den kleinen Blutsaugern in Kontakt. Die Zecke lässt sich im Vorübergehen abstreifen und beginnt mit der Suche nach einer geeigneten Einstichstelle. Auf Golfspieler lauert die Zecke vorwiegend bei der Ballsuche im hohen Gras – hier ist besondere Vorsicht geboten.

Es gibt Neues zum Thema Zecken vom Robert Koch-Institut (RKI): FSME-Risikogebiete in Deutschland breiten sich langsam weiter aus! Die Sonne strahlt kräftig vom Himmel, die Luft flimmert und die Golfsaison ist schon längst eröffnet. Beste Voraussetzungen also, die schönste Zeit des Jahres auf Golfrunden zu genießen. Wespen und Stechmücken können die unbeschwerte Zeit in der Natur allerdings stören.

Dies gilt auch für ein kleines Spinnentier, das man leicht übersieht: die Zecke. Ist der Stich einer Wespe meist „nur“ schmerzhaft und der einer Mücke aufgrund des anschließenden Juckreizes lästig, kann die Zecke, die mitunter über 50 verschiedene Krankheitserreger in sich tragen kann, auch richtig gefährlich werden. So kann die Zecke u.a. das FSME-(Frühsommer-Meningoenzephalitis-) Virus übertragen. FSME ist eine Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems, die zu dauerhaften Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen oder Atemschwäche führen kann. Das RKI hat jetzt eine aktuelle Übersicht der deutschen FSME-Risikogebiete veröffentlicht.

FSME-Risikogebiete

Der Süden ist weit mehr belastet als der Norden. Grafik: Pfizer

Obwohl Zecken überall in Deutschland lauern, gibt es sogenannte FSME-Risikogebiete wie weite Teile Baden-Württembergs, Bayerns, Südhessens und das südöstliche Thüringen, in denen die Gefahr der Übertragung von FSME-Viren am höchsten ist. Aktuell kommt in Bayern der Landkreis Dachau als neues Risikogebiet hinzu. „Insgesamt beobachten wir eine langsame Zunahme der FSME-Risikogebiete über die letzten Jahre hinweg. Dies jedoch überwiegend innerhalb oder direkt angrenzend an die Areale in Süddeutschland“, weiß Dr. med. Gerhard Dobler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr München. Vor allem hier sollten Bewohner oder Besucher dieser Gebiete umsichtig sein und gut vorsorgen.

Und auch wenn gemäß dem aktuellen Bulletin des RKI erfreulicherweise ein Rückgang der FSME-Erkrankungen in Deutschland um 17 Prozent im Verhältnis zum Vorjahr zu verzeichnen ist, wurden im Jahr 2015 insgesamt dennoch 220 FSME-Erkrankungen übermittelt. Zwar kann man von einem vergleichsweise ruhigen Jahr 2015 sprechen, in diesem Jahr können die Fälle aber witterungsbedingt auch wieder ansteigen.

Zecke auf Grashalm
Kleines Tier – große Gefahr. Fotos: Pfizer

Kleines Tier – große Gefahr
So klein, wie die Zecke ist, merkt man es meist nicht, dass sie sich auf die Haut setzt. Da auch der Stich in der Regel schmerzfrei ist, bleibt dieser beim „Opfer“ ebenfalls häufig unbemerkt. Wer viel in lichten Wäldern oder am Waldrand, im Rough, in Gärten, städtischen Parks oder begrünten Badeseen und Freibädern unterwegs ist, sollte sich vor einem Zeckenstich in Acht nehmen. In dieser Umgebung wird der Mensch häufig zum Kletterziel der kleinen Parasiten. Auch durch bloßes Abstreifen können Zecken an die Haut des Wirtes gelangen. Einmal Körperkontakt aufgenommen, bevorzugt die Zecke feuchtwarme Gegenden: Vor allem in den Kniekehlen oder im Lenden- und Achselbereich stechen die schnell übersehbaren Spinnentiere zu und fangen an, ihren Blutdurst zu stillen. Die richtige Vorsorge kann aber dabei helfen, dass die Zecke gar nicht erst auf den Körper gelangt.

Die richtige Vorsorge
Um Zeckenstichen vorzubeugen, wird geraten, es den kleinen Tieren durch möglichst lange, den Körper bedeckende Kleidung und geschlossene Schuhe schwerer zu machen, an die Haut zu gelangen. Hier hilft vor allem das Einsprühen mit Repellents, um Zecken abzuwehren. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass man sich vor allem am Badesee oder im Freibad nach dem Schwimmen erneut einsprüht. Auch das gründliche Absuchen der Haut nach der Runde kann helfen, eine Zecke zu entdecken, wenn sie sich auf dem Körper niedergelassen hat.

Darüber hinaus kann eine rechtzeitige Impfung vor einer FSME-Erkrankung schützen. Idealerweise sollte mit der Grundimmunisierung bereits im Winter begonnen werden. Möglich ist aber auch eine Schnellimmunisierung. Für einen ausreichenden Impfschutz für die aktuelle Saison sind je nach Impfstoff zwei bis drei Impfungen innerhalb weniger Wochen erforderlich. Dann steht auch der unbeschwerten Erfrischung im Badesee und dem Freizeitvergnügen in der Natur nichts mehr im Weg.

Weitere Informationen über Zecken und Schutz vor Zecken: www.zecken.de